Reinickendorf
Glück

Lernen, wie man glücklich wird

Rebecca Mailand-Graf ist Glückstrainerin und zeigt in ihrer Berliner Glücksschmiede, wie man den Fokus auf das Positive lenkt.

Rebecca Mailand-Graf hat die Berliner Glücksschmiede, zusammen mit ihrem Mann Sascha Graf (Schornsteinfegermeister), in Heiligensee eröffnet. Dort zeigt sie Menschen, was sie tun können, um glücklich zu sein.

Rebecca Mailand-Graf hat die Berliner Glücksschmiede, zusammen mit ihrem Mann Sascha Graf (Schornsteinfegermeister), in Heiligensee eröffnet. Dort zeigt sie Menschen, was sie tun können, um glücklich zu sein.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. „Wenn ich endlich im Urlaub bin, dann bin ich glücklich“, „Wenn ich fünf Kilo abgenommen habe, dann bin ich glücklich“, „Wenn ich einen neuen Partner gefunden habe, dann bin ich glücklich!“ – diese Sätze sind vermutlich jedem schon einmal durch den Kopf gegangen. Die meisten mussten dann aber erfahren, dass sie danach nicht glücklicher waren oder zumindest nur für diesen einen Moment. Rebecca Mailand-Graf kennt genau diese Fragen. Sie wollte ihr Glück aber nicht nur in der Zukunft sehen, sondern im Hier und Jetzt. „Ich habe erfahren, dass ich nie glücklich werden konnte, wenn ich immer etwas Neues im Außen finden musste, wovon ich mein Glück abhängig gemacht habe“, sagt sie. Die 38-Jährige hat es geschafft, glücklich und zufrieden zu sein. Und genau das möchte sie in der Berliner Glücksschmiede weitergeben. Den Wohlfühlort hat sie kürzlich mit ihrem Ehemann Sascha Graf in Heiligensee eröffnet, der passenderweise Schornsteinfegermeister ist.

„Durch die Meditation bin ich aufgeblüht“

Im April hat Rebecca Mailand-Graf eine zweijährige Ausbildung als Beraterin der positiven Psychologie, Meditationsleiterin und als Glückstherapeutin abgeschlossen. Der Auslöser für die gelernte Bankkauffrau war eine negative Erfahrung vor zehn Jahren. „Mein damaliger Ehemann und ich haben uns getrennt. Plötzlich stand ich mit zwei kleinen Kindern alleine da. Das war wirklich hart“, erinnert sich die 38-Jährige. „Rückblickend betrachtet war das aber das beste, was mir passiert ist.“

In dieser Situation war sie nicht mit sich im Reinen, hat immerzu nach Zufriedenheit gesucht. „Ich habe mich nach und nach aus dieser schwierigen Situation befreit, indem ich mich viel mit der Kraft der positiven Gedanken und der Ausrichtung auf die Freude beschäftigt habe. Als ich dann noch auf die Meditation gestoßen bin und diese geübt habe, bin ich vollkommen aufgeblüht“, sagt sie. Genau in dieser Zeit hat sie ihren neuen Ehemann Sascha Graf kennenlernt, der als Schornsteinfeger symbolisch das Glück verkörpert.

Glück ist schon in jedem drin

Diese Übungen gibt Rebecca Mailand-Graf heute an Menschen weiter, die genau an dem Punkt stehen wie sie damals. „Damit kann man Großes bewirken“, ist sie überzeugt. Beispielsweise würde es bereits helfen, wenn man abends

aufschreibt, was an dem Tag schön war – so lenke man den Fokus nur auf das Positive. „Ich sehe oft Menschen, die sehr negativ eingestellt und neidisch auf andere sind. Dabei sind gerade einmal zehn Prozent der äußeren Umstände für das Glücksgefühl verantwortlich“, erklärt die Fachfrau und fügt hinzu: „Das Glück ist nicht im Außen zu finden, es ist schon in jedem drin.“ Freundlichkeit, Dankbarkeit, Optimismus – das seien die Ziele.

So würde es auch etwas bringen, anderen Menschen zu helfen. Das würde ein positives Gefühl auslösen. Mit ihrem Mann und den drei Kindern, die gemeinsam in Konradshöhe wohnen, hat sie ein Glücksglas etabliert. „Wenn einer einen schönen Moment mit der Familie erlebt hat, wird dieser aufgeschrieben und in das Glas gelegt. An Silvester setzen wir uns zusammen und lesen alle vor. So starten wir positiv und glücklich ins neue Jahr“, sagt Rebecca Mailand-Graf.

Gemeinsamen Schaffensplatz in Heiligensee gefunden

Für die Glückstrainerin ist es wichtig, mit den Menschen persönlich zu sprechen. „Es gibt zwar einige Online-Angebote, in denen Tipps vermittelt werden, das reicht mir aber nicht“, sagt sie. Einige Zeit hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Sascha Graf einen Schaffensplatz gesucht. In Heiligensee haben sie das für sich perfekte Objekt für die Berliner Glücksschmiede gefunden – Sascha hat sein Büro als Schornsteinfegermeister im Eingangsbereich eingerichtet, Rebecca gegenüber einen großen Tisch und eine Bar für ihre Seminare errichtet. Im oberen Bereich leitet sie die Meditationen.

Innerhalb von drei Wochen haben die beiden das Haus auf der Straße Alt-Heiligensee, in dem vorher eine Versicherung tätig war, umgebaut. Wer jetzt ein Provisorium vermutet, der irrt. Mit viel Liebe hat Rebecca Mailand-Graf den Meditationsbereich gestaltet, Farben und Formen sorgfältig ausgewählt und somit eine Wohlfühloase für Meditationen, Seminare und persönliche Gespräche geschaffen. Noch arbeitet die Glückstrainerin 30 Stunden pro Woche als Bankkauffrau, „mein Herzenswunsch ist es, mich schon bald komplett dem Thema Glück widmen zu können“.