Reinickendorf
Sommersaison

Strandbad Lübars wird umgebaut - die ersten Neuerungen

Vor Beginn der Saison konnten die Pächter ihre Pläne nicht mehr realisieren. Aber es gibt jetzt gesenkte Eintrittspreise und mehr Speisen.

Sand und Strandkörbe sind neu, genauso wie die kleine Lounge im Hintergrund, in der kühle Getränke serviert werden.

Sand und Strandkörbe sind neu, genauso wie die kleine Lounge im Hintergrund, in der kühle Getränke serviert werden.

Foto: Maurizio Gambarini

Reinickendorf. Es ist richtig etwas los im Strandbad Lübars. Bei strahlendem Sonnenschein sind die ersten Badegäste bereits morgens um 9 Uhr im Wasser, sausen die Rutschen hinunter oder entspannen auf dem Sandstrand. Die Bademeister laufen den Strand ab, haben dabei alles im Blick. Aber auch hinter den Kulissen tut sich ordentlich etwas. Was viele Badegäste nicht mitbekommen: Es wird fleißig umgestaltet und gebaut.

„Einiges haben wir schon geschafft, es gibt aber noch jede Menge zu tun“, sagt Olaf Schenk, der das Strandbad seit nunmehr elf Jahren mit seinem Freund und Geschäftspartner Henry Arzig betreibt. Eigentlich wollten sie mit der Umgestaltung zu Beginn der Saison fertig sein, doch der Vertrag der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), von denen die beiden das Strandbad Lübars Anfang dieses Jahres gepachtet haben, wurden aufgrund von Nachverhandlungen erst vor Kurzem unterschrieben, wie sie sagen. „Wir fangen ja nicht an zu renovieren, wenn nicht alles geklärt ist“, so Olaf Schenk.

Die gröbsten Arbeiten werden nun im Herbst erledigt

„Die Aussage ist falsch“, hält BBB-Sprecher Matthias Oloew entgegen. Es habe keinerlei Verzögerungen gegeben. „Der neue Pächter in Lübars ist auch der alte, das heißt, die Umbauarbeiten hätten bereits seit zehn Jahren durchgeführt werden können“, sagt Oloew. So lange führen Olaf Schenk und Henry Arzig das Strandbad. Die Vertragsverlängerung um fünf Jahre und im Anschluss optional um nochmals fünf Jahre sei planungssicher im Dezember 2018 entschieden worden. „Spätestens dann hätten die Pächter loslegen können.“

Wie dem auch sei, die Badesaison ist bereits in vollem Gange, die gröbsten Arbeiten müssen jetzt im Herbst umgesetzt werden. „Dann werden die Rutschen, der Sprungturm und die Geländer gestrichen. Außerdem müssen die Toiletten noch gefliest werden“, zählt Schenk auf. Die dominante Farbkombination Schwarz-Orange werden sie auf jeden Fall behalten. „Das ist unser Erkennungsmerkmal“, sagt Schenk.

Eigentlich schreibt der Vertrag vor, dass sie mit der Sanierung in den kommenden zwei Jahren beginnen müssen, „wir

möchten das aber spätestens im nächsten Frühjahr abgeschlossen haben“. Olaf Schenk liegt das 104.000 Quadratmeter große Areal sehr am Herzen. „Ich bin hier aufgewachsen, habe hier schwimmen gelernt und bin auf der anderen Seite der Straße zur Schule gegangen.“ Jeden Morgen ab 7 Uhr wird ein Teilstück des Rasens gemäht und Unkraut gejätet. Mehr schaffen die Mitarbeiter nicht, bereits um 8 Uhr stehen die ersten Gäste vor der Tür. „Wir möchten den Badebetrieb nicht stören“, sagt Schenk. Die Außenanlage kann sich sehen lassen: neue Blumen im Eingangsbereich, keine Grashalme mehr zwischen den Steinplatten.

100 Tonnen Sand und 20 neue Strandkörbe

Nur, weil die Pächter erst vor Kurzem mit den Sanierungsarbeiten begonnen haben, heißt das nicht, dass noch nichts passiert ist. Das, was sie mit ihren Mitarbeitern bereits umgesetzt haben, kann sich sehen lassen: 100 Tonnen neuer Sand wurden aufgeschüttet, 20 neue Strandkörbe stehen bereit. Im Innenbereich des Restaurants wurden die Wände neu verkleidet sowie neue Lederstühle und dunkelbraune Tische aufgestellt. Weiße Vorhänge und Blumen sorgen für Frische. „Den Boden machen wir auch nach der Saison neu. Das geht jetzt nicht. Hier haben wir viele Veranstaltungen“, so Schenk. Um die kümmert er sich nicht mehr persönlich, sondern Baha van Deuren. Er ist der neue Pächter des Restaurants und der Imbisse im Außenbereich. „Wir konnten das nicht mehr allein stemmen“, sagt der 57-jährige Schenk.

Deutsche Küche mit internationalem Einfluss

Baha van Deuren hat sich einiges vorgenommen: Die Speisekarte mit überwiegend deutschen Gerichten bleibt bestehen, wird aber durch einige internationale Gerichte ergänzt wie Lammspieße oder Köfte mit Reis und Salat, „damit die Gäste,

die kein Schwein essen, auch eine Auswahl haben“, so der 38-jährige van Deuren, der das Restaurant auch im Winter öffnen wird. Am Imbiss im Freien bietet er bereits neben der bekannten Currywurst auch Hähnchen-Döner und Crêpes an.

Und auch für die Jugendlichen hat er sich etwas einfallen lassen: Am Rande des Sandstrandes ist eine kleine gemütliche Lounge aufgebaut, am angrenzenden Bierwagen gibt es Kaltgetränke. „Wir schauen jetzt, wie es angenommen wird. Im nächsten Jahr tauschen wir das Provisorium gegen eine richtige Terrasse“, sagt van Deuren. Außerdem sollen in Zusammenarbeit mit Olaf Schenk und Henry Arzig eine Hüpfburg etabliert und weitere Spielgeräte auf dem Spielplatz aufgebaut werden.

Eintrittspreise für vorerst ein Jahr gesenkt

Eine Neuheit, die wohl alle Badegäste freuen dürfte: Die Eintrittspreise sind gesunken. Erwachsene zahlen für den gesamten Tag fünf statt sechs Euro, Kinder zahlen 3,50 Euro statt vier Euro – genau wie Rentner, Auszubildende, Studenten und Menschen mit einem Behindertenausweis für das ermäßigte Ticket. Das Familienticket (zwei Erwachsene, ein Kind) bleibt bei zehn Euro.

Ein Preisnachlass von einem Euro mag nicht nach viel klingen, doch die beiden Pächter sind sich sicher, dass er wirkt. „Wir machen ja viele Veranstaltungen wie das Hafenfest oder den Schlagerolymp und merken oft, dass bereits 50 Cent einen Unterschied machen können“, sagt Olaf Schenk, weist aber auch darauf hin, dass dieses Angebot zunächst nur für ein Jahr angelegt ist. „Die Gäste haben in der Hand, ob es so bleibt.“ Mit der Aktion möchten sie neue Gäste ansprechen. Kommen aber nicht genug, müssen sie den Preis wieder anheben. Weiter senken können sie den Eintritt nicht. „Dafür garantieren wir Sicherheit durch die Bademeister, Sauberkeit und eine familiäre Atmosphäre“, sagen Schenk und Arzig.