Reinickendorf
Bauprojekt

Märkisches Zentrum wird komplett umgebaut

Geplant sind die Neugestaltung und Sanierung des Einkaufszentrums und seiner Umgebung als eine zusammenhängende Shopping Mall.

Das Märkische Zentrum wird komplett umgebaut. So soll es einmal aussehen.

Das Märkische Zentrum wird komplett umgebaut. So soll es einmal aussehen.

Foto: Kintyre

Berlin. Einige Geschäfte im Märkischen Zentrum sind bereits geschlossen, Bereiche abgesperrt – bei den Anwohnern macht sich die Befürchtung breit, dass es weitere Schließungen geben wird und das Einkaufszentrum bald einer Geisterstadt gleicht. Die Angst kann die Kintyre Investments GmbH nehmen. Im Inneren des Zentrums wird gehämmert und gebohrt. Und das aus gutem Grund: Das Märkische Zentrum wird ein neues Gesicht bekommen, ein wesentlich moderneres.

Bei der großangelegten Neugestaltung werden die bestehenden Gebäude mit derzeit rund 55.000 Quadratmetern um rund 7000 Quadratmeter erweitert. Geplant sind die komplette Neugestaltung und Sanierung des Einkaufszentrums und seiner Umgebung als eine zusammenhängende Shopping Mall, die neue und bestehende Gebäude vereint. Von den 55.000 Quadratmetern sind derzeit 21.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche, außerdem 15.500 Quadratmeter Freizeit- und andere Flächen sowie 9500 Quadratmeter Büro- und rund 9000 Quadratmeter Wohnflächen.

Baumaßnahmen werden bei laufendem Betrieb umgesetzt

„Der Umbau im Bestand hat bereits begonnen und wird voraussichtlich zum Ende des Jahres 2019 abgeschlossen sein“, sagt ein Sprecher von Kintyre. Die Baumaßnahmen werden bei laufendem Betrieb umgesetzt – die noch bestehenden Geschäfte werden geöffnet bleiben, heißt es. Das Ergebnis soll eine einheitliche und strukturierte Quartierentwicklung

sein, die klare Wegeführungen sowie eine Konzentration von Wohnen, einem Ärztezentrum, Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten beinhalten.

Zentraler Bestandteil wird die neue Markthalle

Mehr als 100 Geschäfte sollen es nach der Fertigstellung sein, darunter auch Cafés, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Edeka wurde als Ankermieter bereits bestätigt. Mit dem Einzelhandelsunternehmen wurde ein langjähriger Mietvertrag für einen Markt mit circa 3.100 Quadratmetern im Erdgeschoss des Einkaufszentrums abgeschlossen.

„Weitere Angaben können wir nicht machen. Nur so viel: Wir führen mit vielen Firmen konstruktive Gespräche“, sagt der Sprecher von Kintyre. Zentraler Bestandteil des Märkischen Zentrums soll die neue überdachte und lichtdurchflutete Markthalle werden, die den derzeit bestehenden offenen Marktplatz ersetzt. Sie wird eine der größten Markthallen Berlins, sagt der Investor. Geplant ist die Fertigstellung im Jahr 2022.

300 Mietwohnungen entstehen

Das bestehende elfgeschossige Wohngebäude zwischen Brunnen- und Marktplatz, das aufgrund seines extrem schlechten baulichen Zustandes seit vielen Jahren zum größten Teil leer steht, wird durch zwei neue Wohngebäude mit mehr als 300

modernen nachhaltigen Wohnungen ersetzt. Es werden keine Eigentumswohnungen, bestätigte der Investor auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Abriss und Neubau würden im kommenden Jahr beginnen. Mit der Vermietung will der Investor voraussichtlich 2022/23 beginnen.

Das gesamte Investitionsvolumen wird sich nach Fertigstellung anhand erster Kostenschätzungen auf mehr als 100 Millionen Euro belaufen.

Das Märkische Viertel wurde von 20 Architekten realisiert

Das Märkische Viertel, eines der größten Neubauviertel Deutschlands, entstand in den Jahren 1963 bis 1974. Die Inselsituation West-Berlins verlangte eine Lösung zur Schaffung von viel Wohnraum auf geringer Fläche. In Reinickendorf wurde das Konzept einer Großraumsiedlung mit circa 17.000 Wohnungen für 50.000 Einwohner von 20 namhaften Architekten realisiert. Es entstand eine Stadtlandschaft mit Wohnhochhäusern, Einkaufs- und Dienstleistungszentren sowie Grünflächen, deren Anteil für Wohnprojekte dieser Art einmalig ist. In den ersten Jahren hatte das Märkische Viertel aufgrund unzureichender Infrastruktur und mangelhafter Verkehrsanbindung ein eher negatives Image. Es gab zu wenige soziale und kulturelle Einrichtungen. Dem ist nicht mehr so. Heute gibt es im Märkischen Viertel eine Vielzahl an Kultur- und Freizeitangeboten.