Reinickendorf
Albrecht Haushofer Schule

Lernen im Segelboot auf dem Tegeler See

Ingo Rex verknüpft die Sanierung eines Bootes mit Naturwissenschaften. Gearbeitet wird am neuen Standort der Albrecht-Haushofer-Schule.

Das ist ein Ausstellungsstück, das in der Schule als Symbol für die AG stehen wird. Ingo Rex, Studienrat für Biologie und Chemie, wird das blaue Boot auf der rechten Seite mit Schülern sanieren und fahrtüchtig machen

Das ist ein Ausstellungsstück, das in der Schule als Symbol für die AG stehen wird. Ingo Rex, Studienrat für Biologie und Chemie, wird das blaue Boot auf der rechten Seite mit Schülern sanieren und fahrtüchtig machen

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf.  „Die gröbsten Bauarbeiten sind abgeschlossen. Nach den Sommerferien wird es wieder ruhiger.“ Die Schüler der Albrecht-Haushofer-Schule jubeln und applaudieren, als Schulleiterin Catherine Prahm diese Nachricht beim Schulfest verkündete. Seit Beginn des Schuljahres 2018/19 mussten die Schüler der neunten und zehnten Klassen der integrierten Sekundarschule pauken, während gebohrt, gehämmert und gesägt wurde. Jetzt wurde der zweite Standort an der Stolpmünder Straße offiziell eröffnet.

In den Sommerferien werden Lehrerzimmer und Mensa saniert

Dabei sollten schon zu Beginn des vergangenen Schuljahres die neuen Gebäude eröffnet werden. „Vor einem Jahr gab es keinen Grund zum Feiern. Es war unvollkommen, Internet und Telefon funktionierten nicht“, sagt die Schulleiterin in ihrer Rede. Abgeschlossen seien die Arbeiten zwar immer noch nicht, nur sei das nichts im Vergleich zum Anfang. In den Sommerferien werden für 600.000 Euro Lehrerzimmer und die Mensa saniert. Im Anschluss seien nur noch Schönheitsarbeiten nötig, laut solle es nicht mehr werden. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, hat die Sanierung insgesamt 2,2 Millionen Euro gekostet.

Albrecht-Haushofer-Schule ist Auffangbecken für Gymnasiasten

Der zweite Standort neben dem am Kurzebracker Weg in Heiligensee ist aufgrund der hohen Nachfrage nötig geworden. „Wir sind ein Auffangbecken für Schüler, die die Probezeit am Gymnasium nicht geschafft haben“, weiß Ingo Rex, Studienrat für Biologie und Chemie, „jedes Jahr müssen wir viele Absagen erteilen.“ Ein Grund für die Schule, sich von drei Klassen je Stufe auf fünf Klassen zu vergrößern - das ging allerdings nicht ohne zweiten Standort, an dem hauptsächlich die neunten und zehnten Klassen unterrichtet werden.

Tafel mit Internetzugang in allen Klassenzimmern

Die bereits fertiggestellten Räume können sich sehen lassen: Jeder Klassenraum ist mit einem sogenannten Activ Panel ausgestattet - das ist eine digitale Tafel mit Internetzugang, quasi ein überdimensionaler Laptop. Auch in den Räumen für die Naturwissenschaften stehen die neuesten Geräte. So macht Lernen Spaß.

Bei der Segel AG wird praktisches Wissen vermittelt

Es gibt noch einen Grund zur Freude: Ingo Rex bietet eine Segel AG an, bei der die Schüler nicht nur lernen, wie man

Knoten bindet, sondern selbst ein Boot von Grund auf sanieren, um anschließend zu fahren. Ingo Rex ist seit Jahren nicht nur passionierter Lehrer, sondern auch Segler, und hatte den Wunsch beides zu verbinden.

„Bei dem Projekt lernen die Schüler Kameradschaft, Durchhaltevermögen und sie werden fit im Handwerk“, erklärt der Segler. Während der Treffen wird er seine Fächer Biologie und Chemie mit einfließen lassen. So lernen die Schüler wie Sandpapier zusammengesetzt ist, warum der Lack grün ist oder wie die Winde wirken. „Ich vermittel’ praktisches Wissen“, sagt Rex.

Nach den Ferien wird ein Segelboot saniert

Vier Schüler sind in der AG, die erst vor Kurzem gestartet wurde. Derzeit lernen sie jeden Sonnabend die Grundtechniken des Segelns auf dem Tegeler See, bevor nach den Sommerferien das Boot, das vom Förderverein Halle MV gespendet wurde, saniert wird - Halle MV fördert Jugendarbeit in Reinickendorf und hat Boote beim Club de Peche am Tegeler See, wo sich die Schule ein Boot leihen darf. Der vierzehnjährige Tim ist einer der Schüler und ganz begeistert von der neuen AG. „Ich lerne wahnsinnig viel und es ist interessant zu sehen, wie sich das Boot im Wind bewegt. Wir müssen dann schnell reagieren“, sagt der Schüler. Nach den Ferien geht es mit den Sanierungsarbeiten los. Dann wird das handwerkliche Geschick getestet.