Reinickendorf
Grundsteinlegung

388 neue Wohnungen für das Märkische Viertel

Am Senftenberger Ring baut die Gesobau ein campusähnliches Ensemble für alle Generationen. 60 Prozent der Wohnungen sind gefördert.

Jörg Franzen (Vorstandsvorsitzender der Gesobau AG) verschließt das Türmchen, in das die Zeitkapsel versenkt wurde. Holger Bruchmann (Vorarbeiter märkische ingenieur bau GmbH) assistiert ihm.

Jörg Franzen (Vorstandsvorsitzender der Gesobau AG) verschließt das Türmchen, in das die Zeitkapsel versenkt wurde. Holger Bruchmann (Vorarbeiter märkische ingenieur bau GmbH) assistiert ihm.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin.  Knapp 40.000 Menschen leben bereits im dicht besiedelten Märkischen Viertel, in zwei Jahren wird am Senftenberger Ring Wohnraum für circa 800 Menschen hinzukommen. Die Gesobau legte gemeinsam mit der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Linke), und dem stellvertretenden Bürgermeister, Uwe Brockhausen (SPD), den Grundstein für das neue Theodor Quartier.

Sechs Wohnhäuser mit insgesamt 388 Wohnungen sollen in einem campusähnlichem Ensemble in zwei Jahren fertiggestellt sein. Das ist der zweite Bauabschnitt – von 2008 bis 2015 hat die Gesobau ihre 15.000 Wohnungen für 560 Millionen Euro saniert.

Spiel- und Sportflächen für alle Altersgruppen

50 Wohnungen werden barrierefrei für Senioren gebaut, von denen fünf zu uneingeschränkten Rollstuhlnutzung ausgelegt sind. Insgesamt 60 Prozent der Wohnungen sind gefördert und werden für eine Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet. Um die Gebäude herum sind Grünflächen für alle Altersgruppen, Spiel- und Sportflächen sowie 643 Fahrradstellplätze und 85 Stellplätze für Autos geplant.

Weiter wird eine Kita für 120 Kinder auf dem Gelände des neuen Theodor Quartiers entstehen. Der Name entstand in Anlehnung an den Dichter Theodor Fontane, dessen Geburt in diesem Jahr 200 Jahre zurückliegt.

Einheimische Pflanzen auf dem Dach für den Klimaschutz

„Die Gesobau und das Märkische Viertel sind eng miteinander verbunden. Darum liegt mir dieses Projekt besonders am

Herzen, schließlich ist es das erste größere Bauvorhaben seit Entstehung des Viertels vor rund 50 Jahren“, sagte Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der Gesobau AG. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht zu den Anforderungen an das neue Theodor Quartier. Herausgekommen ist ein Ensemble, das sich modern, aber zurückhaltend in die bestehenden Gebäude integriert“, sagte Franzen.

Die Gesobau baut ökologisch, so wird es neben einer Begrünung des Bodens auch grüne Dächer geben. Die 20 Zentimeter dicke Schicht mit einheimischen Pflanzen soll nicht nur schön aussehen, sondern beispielsweise bei Starkregen eine bessere Versickerung bieten.

Im Märkischen Viertel gibt es 0,5 Prozent Leerstand

Dass das Märkische Viertel bei den Menschen ein beliebter Wohnort zu sein scheint, zeigt der Leerstand. „Derzeit sind es 0,5 Prozent“, sagte Jörg Franzen, und auch Umzüge werden immer seltener: „Die Fluktuation liegt bei unter fünf Prozent“.

Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag die Fluktuation noch bei 12 Prozent. „Deshalb müssen wir etwas in Sachen Neubau tun“, sagte Franzen.

Das Theodor-Quartier entsteht auf der ehemaligen Bettina-Brache. Diese Fläche verdankt ihren Namen der Bettina-von-Arnim-Schule. Die asbestbelastete Schule wurde Ende der 90er Jahre abgerissen und der Schulbetrieb zog an seinen heutigen Standort nur weniger Meter weiter um. Bis zum Schluss war dort ein Gemeinschaftsgarten, der, wenn auch wesentlich kleiner, im Theodor Quartier wieder angelegt werden soll.

Lompscher: Generationsübergreifendes Wohnen wird groß geschrieben

Senatorin Katrin Lompscher zeigte sich begeistert: „Bei diesem Projekt wird generationsübergreifendes Wohnen groß geschrieben, so können Familien - von der Enkelin bis zum Großvater - in unmittelbarer Nähe zueinander leben. Jede Wohnung, die fertig wird, ist gut für Berlin.“

Bezirksstadtrat und stellvertretender Bürgermeister von Reinickendorf, Uwe Brockhausen, freut sich über die Erweiterung der Infrastruktur und die ökologischen Überlegungen in Form der grünen Bedachung.