Reinickendorf
Exotische Tiere

Strengere Kontrollen auf Terraristikbörse in Tegel

Durch neue Regeln des Bezirksamtes haben weniger Händler exotische Tiere angeboten. Die haben aber alle Vorgaben eingehalten.

Auf der Terraristikbörse in Tegel präsentieren 40 Händler teils seltene Tiere wie diese Schlange mit einer besonderen Färbung.

Auf der Terraristikbörse in Tegel präsentieren 40 Händler teils seltene Tiere wie diese Schlange mit einer besonderen Färbung.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin.  Schlangen, Chamäleons, Spinnen und Skorpione – auf der Terraristikbörse in den Tegeler Seeterrassen an der Greenwichpromenade gibt es nahezu alles, was die Herzen von Fans und Besitzern von Reptilien, Amphibien und Insekten höherschlagen lässt. Seit 2015 gibt es die Messe in Tegel, sechsmal im Jahr findet sie statt. In der Vergangenheit gab es aber immer häufiger Kritik von Tierschützern.

Sie bemängeln, dass die empfindlichen Lebewesen auf diesen Börsen wie leblose Ware in kleinen Plastikboxen verramscht würden. Einige hätten sogar Wildfänge dabei, was strikt verboten sei. Sie fordern bis heute ein Verbot der Terraristikbörse, haben auch schon aktiv vor den Türen der Börse protestiert.

Neue Regeln: Detailliere Angaben über die Tiere

Aufgrund zahlreicher Beschwerden hat Bezirksstadtrat Sebastian Maack (AfD) im vergangenen Jahr zum ersten Mal Kontrollen durch die Veterinäraufsicht des Bezirks im Beisein eines Reptilienexperten durchführen lassen – durch die Überlastung des Veterinäramtes konnten die Händler auf der Börse vorher nicht kontrolliert werden. Seit dem ist das

Veterinäramt regelmäßig vor Ort.

Dieses Mal wurden erneut strengere Auflagen erteilt. Die Erlaubnis forderte detaillierte Angaben über die ausgestellten Tierarten und Unterarten sowie die Anzahl der präsentierten Tiere. Auch die Anzahl der erforderlichen Betreuer pro Standmeter wurde erhöht sowie explizit darauf hingewirkt, dass die Größe der Verkaufsbehältnisse dem Tierwohl entspricht, heißt es aus dem Bezirksamt.

Veranstalter kontrollieren im Vorfeld selbst

Die Veranstalter Torge Engels und Wolfram von Dobschütz achten selbst auf das Wohl der Tiere, wie sie sagen. Jedes Mal vor der Eröffnung schaut Engels bei allen Händlern nach dem Rechten. Er kennt sich aus, hat selbst Gottesanbeterinnen gezüchtet. „Ich kenne alle hier seit einigen Jahren, wir arbeiten gut zusammen. Sollte doch mal was sein, schließen wir denjenigen sofort aus“, garantiert der Veranstalter. Gifttiere seien untersagt, genauso wie Wildtiere – die Händler züchten selbst. Zudem dürften die Tiere nicht aus den Boxen genommen werden.

Mängel der Vorherigen Messen konnte gesenkt werden

Die neue Reglementierung des Bezirks hat dazu geführt, dass weniger Aussteller im Vergleich zum Vorjahr vor Ort waren. Diese haben nach Angaben Maacks alle Vorgaben eingehalten. Auch gewerbliche Tierhändler aus dem ost-europäischen Raum wurden erneut nicht angetroffen, heißt es. „Wir konnten mit unseren Auflagen und Kontrollen die ohnehin nur geringfügigen Mängel der vorhergehenden Börsen noch einmal senken. Diese Linie werden wir in Reinickendorf weiterführen. Das Wohl der Tiere in Reinickendorf liegt mir besonders am Herzen. Insofern freue ich mich, dass wir hier eine gesunde Balance zwischen Tierschutz und den Interessen der Hobbyzüchter finden konnten“, sagt Sebastian Maack als Fazit zur Börse.

Von einem Verbot, wie es die Tierschützer fordern, halten die beiden Veranstalter nichts. „Dann fällt die Basis für eine Kontrollmöglichkeit weg und die Szene verschwindet im Untergrund“, sagt Engels. Außerdem würde der Handel mit Wildtieren aufblühen.