Reinickendorf
Wahl

Kerstin Köppen ist die neue BVV-Vorsteherin in Reinickendorf

Die Geschäftsfrau möchte die Menschen dazu bringen, sich aktiver für ihren Bezirk einzusetzen und die Arbeit der BVV bekannter machen.

Kerstin Köppen ist die neue BVV-Vorsteherin.

Kerstin Köppen ist die neue BVV-Vorsteherin.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin.  Kerstin Köppen (CDU) ist in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) als neue Vorsteherin gewählt worden. Von den 52 Wahlberechtigten stimmten 38 mit Ja, 5 mit Nein und 9 Verordnete haben sich enthalten. Langer Applaus hallte durch den historischen Saal.

„Ich bedanke mich für das Vertrauen. Die Vorsteherin dieser BVV zu sein, erfüllt mich mit Stolz“, sagte Köppen Mittwochabend in ihrer Rede im Rathaus. „Ich verspreche Ihnen, hart zu arbeiten.“ Ihr Ziel ist es, die Arbeit der BVV bekannter zu machen und die Menschen aufzufordern, den Bezirk mitzugestalten.

Sie möchte Dinge schneller bearbeiten

Sie kündigte an, dass sie sich erst an die gefühlte Schwerfälligkeit einer Verwaltung gewöhnen müsse. Denn als Inhaberin eines Reisebüros in Borsigwalde ist sie es seit mehr als 25 Jahren gewohnt, zügig und zielorientiert zu arbeiten. „Ich hoffe, dass ich das hier einbringen kann, damit wir die Dinge schneller bearbeiten können, die wir seit Monaten vor uns herschieben“, sagte Köppen. Das seien die Verordneten den Bürgern schuldig.

Sie ist kompromissbereit, verbiegen lasse sie sich aber nicht

Es werde Veränderungen geben, sagte die neue Vorsteherin, und sie werde vermutlich alte Gewohnheiten brechen, da sie als Geschäftsfrau anders an die Dinge herangehe. „Ich bin kompromissbereit, verbiegen lasse ich mich aber nicht.“

Kerstin Köppen ist seit 2002 Mitglied der BVV. Kennen werden sie vermutlich viele nicht nur durch ihr Reisebüro, sondern auch durch den Wunschbaum, den sie jedes Jahr für Kinder aus bedürftigen Familien organisiert, deren Eltern sich keine Geschenke für ihre Kinder zu Weihnachten leisten können.

Vorgänger hörte nach sechs Monaten wieder auf

Ihr Vorgänger Eberhard Schönberg (CDU) gab sein Amt nach nur sechs Monaten zu Ende März wieder auf. Der Grund sei ein rein privater, so Schönberg. „Meine Frau und ich sind jetzt seit vier Jahren pensioniert und hatten immer vor, Berlin in Richtung Bodenseeregion zu verlassen“, sagte der ehemalige Polizeibeamte. Ende vergangenen Jahres sei dieser Wunsch wieder aktuell geworden. Schönberg war erst im Oktober 2018 auf Vorschlag seiner Partei als BVV-Vorsteher gewählt worden, als Nachfolger von Hinrich Lühmann.

Seine Amtszeit wird mit einem halben Jahr die kürzeste eines Vorstehers sein, die es in Reinickendorf seit 1946 gab. Bisher galt Herbert Borsky (SPD), der von 1979 bis 1981 amtierte, als der Politiker mit der geringsten Verweildauer auf dem Vorsteherstuhl. Er musste sein Amt räumen, weil es damals vorzeitige Neuwahlen gab. Ein BVV-Vorsteher agiert vergleichbar mit einem Parlamentspräsidenten, er leitet die Sitzungen und deren Organisation.