Reinickendorf
Schule

Morddrohungen an Hausotter-Schule in Reinickendorf

Nach dem Tod einer Schülerin ist es an der Hausotter-Schule zu neuen Vorfällen gekommen - es gab zwei Morddrohungen.

Die Hausotter-Grundschule in Reinickendorf

Die Hausotter-Grundschule in Reinickendorf

Foto: pa

Berlin. Die Hausotter-Grundschule in Reinickendorf kommt nicht zur Ruhe: Vor drei Wochen war bekannt geworden, dass sich eine elfjährige Schülerin so schwer verletzt hatte, dass sie im Krankenhaus gestorben war. Danach war das Thema Mobbing an Schulen in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Vor einer Woche haben Lehrer, Eltern und Schüler des Mädchens gedacht.

Zwei Stunden vor der Veranstaltung der nächste Vorfall: Eine Siebenjährige soll von einer Mitschülerin eine Morddrohung erhalten haben. „Ich töte dich, du kleines dickes Kind“, soll das Mädchen gesagt haben. Seitdem hat die Siebenjährige große Angst zur Schule zu gehen, war beim Arzt und bei der Schulpsychologin.

„Es gibt mittlerweile schon zwei Morddrohungen“, sagt Michael Schulz. Als ehrenamtlicher Helfer begleitet er Eltern seit vielen Jahren bei Gesprächen mit Lehrern an unterschiedlichen Schulen, versucht zu vermitteln. Daher ist er auch mit den Fällen an der Hausotter-Grundschule vertraut. „Es wird immer gegeneinander gearbeitet, niemand sieht das eigentliche Problem“, sagt Schulz. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Lösungen. Es sei wichtig, dass die Eltern gehört werden, da sich sonst die Fronten weiter verhärten.

Forderung nach Einrichtung einer Krisenstelle

„Es ist klar, dass sich die Schulleitung bei 500 Kindern nicht teilen kann. Ich empfehle die Einrichtung einer Krisenstelle“, sagt Schulz. So könnten Eltern den ganzen Tag Hilfe bekommen. Das sei neben der Beratung durch einen Gewaltpräventionsexperten wichtig. „Es muss schnell Aufklärung stattfinden, seitens der Lehrer und auch der Eltern. Viele Kinder wissen vermutlich nicht, was sie anrichten, wenn sie so etwas sagen“, so Schulz.

Auch der Reinickendorfer Bezirksverordnete Norbert Raeder (parteilos, für CDU) engagiert sich seit dem Fall an der Hausotter-Schule verstärkt gegen Mobbing, ist Ansprechpartner für Betroffene. Am Dienstag hat er einen Fall aus Steglitz öffentlich gemacht. Die Gesamtelternvertreterin der Grundschule an der Bäke hat sich an ihn gewandt.

Sie berichtete, dass ein Erstklässler von mehreren Sechstklässlern zusammengeschlagen wurde. Die Schule, so Raeder, habe den Vorfall als Unfall abgetan. Weil er dunkelhäutig ist, werde der Junge als Neger beschimpft und daran gehindert, bestimmte Klettergerüste zu nutzen. „Unsere Antidiskriminierungsbeauftragte ist eingeschaltet und war am Dienstagmorgen in der Schule“, sagt Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung. Alle Vorwürfe würden sehr ernst genommen.

Mehr zum Thema:

Hausotter-Grundschule: Gedenken an tote Mitschülerin

Scheeres schickt Sozialarbeiter an Grundschule

Was Eltern, Lehrer und Schüler gegen Mobbing tun können