Reinickendorf
Bezirksverordnetenversammlung

BVV-Vorsteher Eberhard Schönberg tritt zurück

Im Oktober 2018 wurde Schönberg ernannt. Nun scheidet er Ende März aus persönlichen Gründen aus. Im April soll es Neuwahlen geben.

Eberhard Schönberg (CDU) bei seiner Dankesrede im Oktober 2018.

Eberhard Schönberg (CDU) bei seiner Dankesrede im Oktober 2018.

Foto: CDU Reinickendorf

Berlin. Vor vier Monaten ernannt, bald schon wieder weg: Im Oktober 2018 ist Eberhard Schönberg (CDU) auf Vorschlag der Union als Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt worden und trat damals die Nachfolge von Hinrich Lühmann an. Mit einem halben Jahr Amtszeit ist es die kürzeste eines Vorstehers, die es in Reinickendorf seit 1946 je gab. Bisher galt der Arbeiterveteran Herbert Borsky (SPD) zwischen 1979 und 1981 als der Politiker mit der geringsten Verweilsdauer auf den Vorsteherstuhl. Der musste sein Amt so schnell räumen, weil es damals vorzeitige Neuwahlen zum Abgeordnetenhaus und zur BVV gab.

Der Grund für den vorzeitigen Rücktritt ist ein rein privater, wie Eberhard Schönberg erklärt. "Meine Frau und ich sind jetzt seit vier Jahren pensioniert und hatten immer vor, Berlin in Richtung Bodenseeregion zu verlassen", sagt der ehemalige Polizeibeamte. Ende vergangenen Jahres sei dieser Wunsch wieder aktuell geworden.

Im Jahr 2011 ist Eberhard Schönberg erstmals als parteiloser Quereinsteiger für die CDU in die BVV Reinickendorf gewählt worden. 2014 wurde er Mitglied der CDU. "Meine Tätigkeit in der BVV Reinickendorf war immer interessant. Ich verlasse deshalb Reinickendorf nicht gerade leichten Herzens", sagt Schönberg, "aber wenn man es jetzt, mit 65 Lebensjahren, nicht tut, schafft man es vermutlich nie mehr".

Wichtiger Impulsgeber bei politischen Initiativen rundum Ordnung und Sicherheit

"Wir bedauern sehr, dass wir mit Eberhard Schönberg einen unserer engagiertesten Mitstreiter verlieren. Gleichwohl respektieren wir seine Lebensentscheidung und wünschen ihm vom Herzen alles Gute. Er wird von allen Kollegen sehr geschätzt für seine offene und ehrliche Art. Als langjähriger Vorsitzender der GdP Berlin war er für unsere Fraktion ein wichtiger Impulsgeber bei politischen Initiativen rund um Ordnung, Sicherheit und Verkehr", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Björn Wohlert (CDU).

"Hin und Her belastet Arbeitsfähigkeit der BVV"

Mit großer Verwunderung haben die Fraktionen FDP, SPD und die Partei Die Linke zur Kenntnis genommen, dass der gerade erst im Oktober gewählte Vorsteher bereits zum März 2019 wieder zurücktreten will. "Es entsteht der Eindruck, das diesem hohen Amt in der BVV nicht genügend Respekt gezollt wird", so die Fraktionsvorsitzende Mieke Senftleben (FDP).

Die beiden Fraktionschefs Marco Käber (SPD) und Felix Lederle (Die Linke) verfolgen die Sache mit Sorge. Schließlich sei eine BVV mit einer AfD, die rechtspopulistisches Gedankengut in die Diskussionen einbringe, nicht leicht zu leiten, da brauche die Kommunalpolitik einen besonderen Stabilitätsanker. „Das Hin und Her belastet die Arbeitsfähigkeit der BVV. Die CDU muss nun schnell Klarheit schaffen“, erklären Lederle und Käber übereinstimmend. Und sie tragen der Union noch eine weitere Idee an: „Es ist eigentlich an der Zeit, dass erstmals in der Geschichte Reinickendorfs endlich eine Frau das Amt der BVV-Vorsteherin antritt!"

Neuwahlen im April

Die CDU-Fraktion in der BVV wird in Abstimmung mit dem neuen Kreisvorstand der CDU Reinickendorf, der am 22. Februar 2019 gewählt wird, einen Vorschlag für einen Nachfolgekandidaten entwickeln. Im April 2019 wird dann ein neuer Bezirksverordnetenvorsteher gewählt.