Reinickendorf
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Schüler debattieren wie auf einer UN-Konferenz

Am Europäischen Gymnasium Bertha-von-Suttner stellen Schüler eine Konferenz der Vereinten Nationen authentisch nach.

Die Flagge der Vereinten Nationen weht auf dem Gelände des UNO-Hauptquartiers in New York.

Die Flagge der Vereinten Nationen weht auf dem Gelände des UNO-Hauptquartiers in New York.

Foto: Marc Engelhardt / imago/epd

Reinickendorf. Gespannt lauscht Loris Halama, was der Mitschüler vor der Bühne am Pult zu berichten hat. Es geht um Cybersicherheit und was präventiv dafür getan werden kann. Neben dem Elftklässler des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner in Reinickendorf sitzen weitere 177 Schüler in der Aula – alle an Tischen, auf denen kleine Flaggen auf unterschiedliche Länder deuten.

Die Veranstaltung in der vergangenen Woche war keine gewöhnliche, bei der Referate gehalten wurden, sondern die Nachstellung einer Konferenz der Vereinten Nationen (UN). Damit es authentisch wirkte, hatten sich die Schüler Anzug, Kleid oder traditionelle Tracht des zugeteilten Landes angezogen – immer zwei Jugendliche repräsentierten eine Nation.

Und weil es ein Europäisches Gymnasium ist, fand die komplette Veranstaltung auf Englisch statt, und zahlreiche Schüler aus Partnerstädten in Italien, Spanien, den Niederlanden, Tschechien, der Schweiz, England sowie aus weiteren Berliner Schulen nahmen teil. „Ich habe eine Anfangsrede über meinen Standpunkt gehalten. Das war schon aufregend“, gesteht Loris Halama, der Spanien repräsentierte.

Sechs Monate bereiten sich alle auf die Debatten vor

Sechs Monate hatten die Schüler der Klassen zehn bis zwölf Zeit, sich auf die Debatten vorzubereiten. Ganz wichtig: Nicht die eigene Meinung wurde vertreten, sondern die des Landes. Dafür holten sie sich Informationen aus den Botschaften. Zu Beginn der drei Veranstaltungstage hörten sie Vorträge von Experten zum Thema Cybersicherheit und erfuhren, wie wichtig Updates einzelner Programme für den Schutz des Computers sind.

Die restliche Zeit feilten sie an ihren Reden, versuchten, sich mit anderen Ländern zusammenzuschließen – bildeten sogenannte Komitees –, um am Ende auf einen Nenner zu kommen, wie das Thema am besten global umgesetzt werden kann – zum Beispiel mit einem Bildungsplan für Schulen.

„Die Schüler bekommen ein Verständnis für Demokratie"

Um es authentisch zu halten, liefen Boten durch den Saal und überreichten Briefe, in denen der Vertreter eines Landes meist gefragt wurde, ob man zusammenarbeiten möchte. „Die Schüler bekommen ein Verständnis für Demokratie, verbessern ihre Englischkenntnisse, werden fit in politischen Themen, lernen Verantwortung zu übernehmen, sich selbst zu organisieren und etwas zu präsentieren“, sagt Melanie Brehm, Fachbereichsleitung für Fremdsprachen, über die Ziele des Projektes, das alle zwei Jahre organisiert wird.

Die lange Ergebnisliste wollen Lehrer und Schüler nicht für sich behalten. „Wir werden die Unterlagen zur UN schicken“, kündigt Melanie Brehm an. So erhalten die engagierten Schüler eine Rückmeldung über ihre Ergebnisse von offizieller Stelle.

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