Reinickendorf
Quartiersmanagement

Förderprogramm soll sozialen Zusammenhalt stärken

Die Aufgaben eines Quartiersmanagements sind vielfältig. Die Bewohner sollen animiert werden, selbst die Situation zu verbessern.

Die Situation rund um den Letteplatz hat sich verbessert.

Die Situation rund um den Letteplatz hat sich verbessert.

Foto: BM

Berlin. Ein Quartiersmanagement (QM) stärkt in einem benachteiligten Viertel den sozialen Zusammenhalt in der Nachbarschaft und soll die Chancen der Menschen im Kiez verbessern. Dabei sind die Fachleute das Gesicht vor Ort und die Netzwerker. Sie aktivieren die Bewohner, geben ihnen eine Stimme und entwickeln gemeinsam Projekte.

Ziel ist es, nach einer gewissen Zeit das Gebiet zu verstetigen, heißt: Wenn die Menschen vor Ort sich selbst organisieren können und Ruhe eingekehrt ist, ziehen sich die Fachleute langsam zurück. Das Quartiersmanagement wird finanziert aus Mitteln des Landes Berlin, der Europäischen Union und des Bundes. Im Programmjahr 2019 stehen insgesamt 26,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Acht Bezirke werden von dem Programm unterstützt

Seit 1999 unterstützt das Berliner Quartiersmanagement Stadtteile, die sich negativ entwickeln. Es startete als Pilotprojekt im Bund-Länder-Städteförderungsprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“. Seitdem wird es in der Praxis weiterentwickelt.

Die Grundlage für die Festlegung der Fördergebiete ist die berlinweite Auswertung „Soziale Stadtentwicklung“. Diese untersucht als Indikatoren unter anderem Punkte wie Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Bezug von Sozialleistungen und Kinderarmut. Sind die Werte in diesem Bereichen hoch, können sich Bezirke für ein QM bewerben.

In ganz Berlin profitieren acht Bezirke von der Unterstützung: Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Spandau, Neukölln, Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick und Reinickendorf. Die Quartiermanagements in Reinickendorf am Letteplatz (Einführung 2009) und im Auguste-Viktoria-Kiez (seit 2016) sind von den Anwohnern sehr gut angenommen worden, wie auch die Auswertung zeigte. Bis Ende des Jahres 2020 werden neun Gebiete aus der Sonderförderung entlassen. Ab 2021 werden genauso viele neue hinzukommen. Die Rollberge-Siedlung in Reinickendorf könnte eines von ihnen sein.

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