Reinickendorf
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Urteil in Berlin

Wegen Maus: Airline muss Fluggästen Entschädigung zahlen

Weil ein Flugzeug wegen des Verdachts auf Mausbefall untersucht wurde, kam es zu einer erheblichen Verspätung. Zwei Reisende klagten.

Foto: pa

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Berlin. Strahlende Sonne, warmer Sand unter den Füßen und türkisblaues Meer: Darauf freuten sich zwei Reisende. Doch dann kam den Fluggästen eine Maus dazwischen - und der Urlaubsort rückte vorerst in weite Ferne.

Dieser Vorfall ereignete sich im Juni 2017. Die beiden Reisenden hatten einen Urlaub in die türkische Kleinstadt Dalaman gebucht. Der Flug sollte von Berlin-Tegel über Istanbul erfolgen. Doch der Flieger hob gar nicht erst ab. Denn ein Fluggast, der zuvor mit der Maschine gereist war, wollte beim Aussteigen eine Maus gesehen haben.

Das Flugpersonal wurde informiert. Daraufhin musste der Flieger auf Mausbefall untersucht werden. Der Start des Flugzeuges verzögerte sich also. Und zwar so lange, dass die beiden Fluggäste auf einen anderen Flug umgebucht werden mussten. Das Problem: Der sollte erst am nächsten Tag abheben - mit 24 Stunden Verspätung trafen die Reisenden endlich in Dalaman ein.

Airline wollte vorerst keine Entschädigung zahlen

Die Verspätung nahmen die Urlauber aber nicht hin. Sie verlangten von der Fluggesellschaft jeweils 400 Euro Ausgleichszahlung. Doch die Airline berief sich auf einen außergewöhnlichen Umstand. Die Angelegenheit ging vor den Richter. Dort bekamen die beiden Kläger vor dem Amtsgericht in Wedding am 9. Januar 2018 Recht.

Das Gericht argumentiert: "Kommt es zu einer erheblichen Ankunftsverspätung, weil das Flugzeug auf Mäusebefall untersucht werden muss, so steht den davon betroffenen Fluggästen eine Entschädigung gemäß Art. 7 Abs. 1 der Flug­gast­rechte­verordnung (VO) zu. Auf einen außergewöhnlichen Umstand gemäß Art. 5 Abs. 3 VO kann sich die Fluggesellschaft nicht berufen."

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Kleintiere in Flugzeugen seien zwar nicht erwünscht und selten. Mäuse hielten sich jedoch an Flughäfen auf und könnten somit beim Be- und Entladen in die Maschine krabbeln. Der Airline sei es möglich, Vorkehrungen dagegen zu treffen. Somit handelt es sich laut Gericht nicht um ein unbeherrschbares Ereignis.

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