Reinickendorf
Neue Pläne

Sanierung: Im Strandbad Lübars wird alles neu

Henry Arzig und Olaf Schenk sind die alten und neuen Pächter. Sie werden einiges ändern, umgestalten und die Eintrittspreise senken.

Olaf Schenk und Henry Arzig sind die alten und neuen Pächter vom Strandbad Lübars. Kurz nach der Bekanntgabe starten sie mit den Renovierungsarbeiten.

Olaf Schenk und Henry Arzig sind die alten und neuen Pächter vom Strandbad Lübars. Kurz nach der Bekanntgabe starten sie mit den Renovierungsarbeiten.

Foto: David Heerde

Berlin.  Zwei Wochen wollen sich Henry Arzig und Olaf Schenk in der Karibik entspannen und Kraft tanken, dann werden die Ärmel hochgekrempelt. „Hier wird sich sehr viel verändern“, sagt Olaf Schenk. Dabei lässt er seinen Blick über den Eingangsbereich des Strandbades in Lübars schweifen, als hätte er bereits eine ganz klare Vorstellung. „Das Tor wird gestrichen, überall kommen Pflanzen hin“, sagt Freund Henry Arzig. Der Tatendrang ist spürbar. „Die Gäste können sich auf die neue Saison freuen.“ Gemeinsam werden sie das Strandbad Lübars nahezu komplett sanieren – außen sowie innen. Die Farbkombination schwarz-orange werden sie auf jeden Fall behalten. „Das ist unser Erkennungsmerkmal“, sagt Schenk.

Die Entscheidung, das Strandbad zu sanieren, steht noch gar nicht so lange fest. Erst vor Kurzem haben sie erfahren, dass sie als die alten Pächter auch die neuen sind. Schenk und Arzig haben es geschafft, sich mit ihrem Konzept gegen die Konkurrenten bei den Berliner Bäderbetrieben durchzusetzen und werden somit auch in den kommenden fünf Jahren in den Sommermonaten die Pforten öffnen – mit der Option auf fünf weitere Jahre.

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) ist mit der Entscheidung der Bäderbetriebe zufrieden. „Die bisherigen Betreiber identifizieren sich sehr mit dem Strandbad Lübars und gewährleisten für die Reinickendorfer Bevölkerung, dass das einzig noch verbliebene Strandbad im Bezirk gut weitergeführt wird. Ich danke allen, die sich dafür eingesetzt haben, diese Lösung zu finden.“

Pläne für das 104.000 Quadratmeter große Areal

So einfach war es allerdings nicht, den Zuschlag zu bekommen. „Die Verhandlungen waren zäh, wir konnten uns aber dann doch bei der Pacht einigen“, sagt Olaf Schenk, der genauere Zahlen für sich behält. Mit den alten Konditionen sei ein weiterer Betrieb unmöglich gewesen. „Im vergangenen Jahr hatten wir Glück, auch wegen des Wetters. Aber die Jahre zuvor haben wir entweder mit einem blauen Auge oder einem Minus die Saison beendet“, sagt der 62-jährige Henry Arzig. Dennoch wollen sie es noch einmal versuchen, blicken positiv in die Zukunft und schmieden Pläne für das 104.000 Quadratmeter große Areal. Sie hängen an dem Strandbad Lübars. Olaf Schenk ist in Lübars aufgewachsen und lebt auch heute noch dort. Als kleiner Junge war er oft im Strandbad. Das verbindet.

Spätestens am ersten Mai wollen sie eröffnen, bis dahin soll alles fertig sein. Dafür müssen Schenk und Arzig viel Geld in die Hand nehmen: Während der Ausschreibung haben die Bäderbetriebe eine Bauzustandsanalyse in Auftrag gegeben. Die ergab, dass in den zehn Jahren um die 480.000 Euro investiert werden müssen. Darin sind beispielsweise auch die Kosten von Fachfirmen enthalten. „Das schaffen wir günstiger. Wir machen vieles selbst und können so einiges sparen“, versichert der 56-jährige Schenk. Die Investition in die Strom- und Wasserleitungen dürften da höher ausfallen. Denn die seien nach Angaben der Pächter noch aus den 50er-Jahren, als das Restaurant gebaut wurde – das Strandbad Lübars gibt es seit 1926. Zudem werden Gastbereich, Sanitäranlagen und Küche erneuert. Sie haben die Idee, das Restaurant mit deutscher Küche zukünftig auch im Winter zu öffnen.

Gäste entscheiden, ob der Eintrittspreis so bleibt

Am wohl interessantesten dürften für die Badegäste wohl die neuen Eintrittspreise sein. Anstatt sechs Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder, kosten die Tickets in der kommenden Saison fünf Euro und 3,50 Euro, die Familienkarte (zwei Erwachsene, ein Kind) gibt es auch weiterhin für zehn Euro. Ein Preisnachlass von einem Euro mag nicht nach viel klingen, doch die beiden sind sich sicher, dass es wirkt. „Wir machen ja viele Veranstaltungen wie das Hafenfest oder den Schlagerolymp und merken oft, dass bereits 50 Cent einen Unterschied machen können“, sagt Olaf Schenk, weist aber auch darauf hin, dass dieses Angebot zunächst nur für ein Jahr angelegt ist. „Die Gäste haben in der Hand, ob es so bleibt.“ Mit der Aktion möchten sie neue Gäste ansprechen. Weiter senken können sie den Preis aber nicht. „Dafür garantieren wir Sicherheit durch die Bademeister, Sauberkeit und eine familiäre Atmosphäre“, sagen Schenk und Arzig.

Helfer gesucht:

Olaf Schenk und Henry Arzig suchen noch ehrenamtliche Helfer. So wollen sie versuchen, die Kosten für die Sanierung des Strandbades Lübars im Rahmen zu halten. „Je mehr wir einsparen, umso mehr können wir den Gästen bieten“, sagt Olaf Schenk. Es könnten so neben dem bereits bestehenden Volleyballfeld, dem Spielplatz und den Rutschen weitere Spiel- oder Entspannungsmöglichkeiten angeschafft werden. Die fleißigen Helfer werden für ihren Einsatz auch belohnt: Jeder wird eine Freikarte kommen, versichern Schenk und Arzig.

Weiter sind auch Veranstaltungen in Planung. Die Pyrotalia am Sonnabend, 17. August, steht bereits fest. Wer mit anpacken möchte, meldet sich bei Norbert Raeder im Kastanienwäldchen, Residenzstraße 109, 13409 Berlin. Der Wirt hat sich mit einer Unterschriftensammlung für den Erhalt des Strandbades eingesetzt und koordiniert die freiwilligen Helfer.

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