Reinickendorf
Auszeichnung

Choreograf Volker Eisenach erhält Bundesverdienstkreuz

Volker Eisenach wurde von Staatssekretär Torsten Wöhlert geehrt, weil er Kindern unterschiedlicher Herkunft das Tanzen ermöglicht.

Volker Eisenach, Choreograf und künstlerischer Leiter der Faster Than Light Dance Company (FTL) seit über 25 Jahren, erhielt durch Staatssekretär Torsten Wöhlert für seine kulturelle Arbeit das Bundesverdienstkreuz.

Volker Eisenach, Choreograf und künstlerischer Leiter der Faster Than Light Dance Company (FTL) seit über 25 Jahren, erhielt durch Staatssekretär Torsten Wöhlert für seine kulturelle Arbeit das Bundesverdienstkreuz.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. „Ich bin überwältigt, das ist so eine tolle Auszeichnung.“ Volker Eisenach kann noch nicht recht fassen, dass ihm Staatssekretär Torsten Wöhlert das Bundesverdienstkreuz an die linke Brusttasche seines Sakkos heftet. Diese Auszeichnung erhält der Choreograf und künstlerischer Leiter der Faster Than Light Dance Company (FTL) für seine wertvolle kulturelle Arbeit.

Der Theatersaal des Atrium tobt, alle Anwesenden applaudieren und jubeln. Den Ort hat sich der Preisträger gewünscht, schließlich hat dort vor 26 Jahren alles begonnen. Als Schüler ist er durch eine Tanz AG zum Atrium gekommen, im Laufe der Jahre ist die Kunst- und Musikschule am Senftenberger Ring im Märkischen Viertel zu seinem zweiten Wohnzimmer geworden, dort hat er schon zu Schulzeiten zahlreiche Tanzkurse gegeben. 1992 hat er dann die FTL gegründet. Diese Leidenschaft prägt Volker Eisenach bis heute.

Nach dem Abitur hat er an der technischen Universität Berlin Pädagogik und Erziehungswissenschaften studiert und es somit geschafft, zwei Leidenschaften zu vereinen: Den Tanz und die Freude am Ausbilden. Der 47-Jährige wollte immer weiter, hat sich nie mit dem einmal erreichten Stand zufrieden gegeben. So liegt es nahe, dass er in London nach einer Ausbildung zum Tänzer eine tanzpädagogische Weiterbildung angeschlossen hat. Er assistierte unter anderem bei der Eröffnung der Wiener Festwochen 2007, bei der 220 Jugendliche vor über 50.000 Zuschauern tanzten, sowie für das Tanz-Projekt der Carnegie Hall in New York, das mit 100 Jugendlichen aus Harlem zusammen mit den Berliner Philharmonikern aufgeführt wurde. Für die Berliner Philharmoniker hat Volker Eisenach regelmäßig Tanz-Projekte durchgeführt. Weiter arbeitete er auch für die Bregenzer Festspiele, die Wiener Festwochen, das Harare International Festival of the Arts in Simbabwe, die Neuköllner Oper, die Haller Bachtage, das Internationale Musikfestival Holstebro und für die Jedermann-Festspiele im Berliner Dom sowie für eine Vielzahl von Schulen und Jugendeinrichtungen im In- und Ausland.

„Das Engagement und die Leidenschaft für den Tanz gehen weit über die berufliche Tätigkeit hinaus. Volker Eisenach ermöglicht Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft, ohne Aufnahmeprüfung das Tanzen zu erlernen und dadurch Kontakte zu knüpfen. In einer öffentlichen Aufführung können sie das Erlernte präsentieren“, sagt Staatssekretär Wöhlert. So habe auch zur Entscheidung der besonderen Auszeichnung beigetragen, dass Eisenach einen großen Wert auf den Austausch mit anderen Ländern lege – Eisenach hat Tanzaustauschprojekte mit Polen, Tschechien, Frankreich, Namibia, China organisiert, wofür er im Jahr 1999 die Auszeichnung „Kulturpreis Reinickendorf/Berlin für jugendkulturelle Arbeit“ erhalten hat.

„Die Arbeit ist ein wundervolles Beispiel, wie interkulturelles Verstehen und interkulturelle Arbeit stattfinden sollte. Seine Arbeit ist beispielgebend für ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft. Volker Eisenach hatte für Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund mit dem Tanz den Schlüssel zur Teilnahme parat“, so Torsten Wöhlert in seiner Ansprache, „Auszeichnungen wie diese belegen, wie wichtig seine Arbeit ist und das schon über so eine lange Zeit“.

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