Reinickendorf
Freiwillige Feuerwehr

Förderverein will Feuerwache mit Online-Petition retten

Für den Neubau der Wache in Tegelort bleibt die bereits zugesagte Förderung von über 3 Millionen Euro aus. Der Förderverein wehrt sich.

Kämpfen: Marianne Knoll, Hans-Christian Knoll und Alwin Mayer vom Förderverein und Stephan Schmidt (v.l.).

Kämpfen: Marianne Knoll, Hans-Christian Knoll und Alwin Mayer vom Förderverein und Stephan Schmidt (v.l.).

Foto: Janine Richter

Tegelort. Vor gut einem Monat hat der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Tegelort erfahren, dass er die bereits zugesagte Förderung in Höhe von 3,65 Millionen Euro für einen Neubau der Wache nicht bekommt. Stattdessen soll das Geld jetzt der FF Grünau zugutekommen. In Tegelort ist die Enttäuschung immer noch groß. Auch weil Innensenator Andreas Geisel (SPD) die Wache Anfang Oktober besucht und die Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds (Siwana) zugesagt hat.

Ende Oktober kam dann alles anders: In einem Senats-Lenkungsgremium wurde entschieden, dass die Maßnahme für Tegelort gestrichen wird und das Geld stattdessen nach Grünau fließt – der Antrag dafür wurde allerdings schon im September eingereicht.

Geschlagen geben wollen sich die Mitglieder des Fördervereins aber nicht. Im Gegenteil: Sie haben eine Online-Petition gestartet, sammeln Unterschriften, um die Dringlichkeit einer neuen Wache zu untermauern. „Bis jetzt haben wir 1133 Unterschriften. Das ist fast jeder dritte Anwohner in Konradshöhe und Tegelort. Das zeigt, wie wichtig den Menschen die Wache ist“, betont Stephan Schmidt (CDU), der auch im Förderverein aktiv ist. Eine Teilnahme an der Online-Petition ist noch vier Wochen möglich. Die Liste wird dem Innensenator überreicht. „Je mehr Unterschriften, desto besser“, sagt Schmidt.

Falsche Zusagen der Politik

Dass die Wache doch nicht gebaut würde, sei das eine, sagt Schmidt, wesentlich tiefer sitze die Enttäuschung über die mangelnde Kommunikation und falsche Zusagen seitens der Politik. Der Grund für die ausbleibende Förderung sei eine noch ausstehende Prüfung, ob auf den Wasserleitungen gebaut werden dürfe. Stephan Schmidt versteht nicht, warum das bis heute nicht geklärt ist, und will die Wasserbetriebe bitten, den Standort zeitnah zu prüfen, damit die Mittel so schnell wie möglich wieder eingestellt werden und im kommenden Jahr mit dem Musterneubau begonnen werden kann.

Die FF Tegelort hat 27 aktive Kräfte. Sie rücken zu Einsätzen in Konradshöhe, Tegelort und Heiligensee aus. Das Gebäude, das 1920 gebaut und zuletzt 1974/1975 erweitert wurde, ist nach Meinung der Feuerwehrleute „marode“ und unzureichend gedämmt. Die Halle sei für die Fahrzeuge zu schmal und die Decke zu niedrig, wenn man ein- und ausfahre. Das Rangieren und Ein- und Ausklappen der Spiegel koste bei Einsätzen wertvolle Zeit. Laut der Berliner Immobilien­management GmbH (Bim) als Gebäudemanager liegt der Sanierungsstau in Tegelort bei rund 650.000 Euro.

Hier können Sie an der Online-Petition teilnehmen.

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