Reinickendorf
Straße in Hermsdorf

Anwohner haben Angst wegen fehlender Straßenbeleuchtung

Brennende Autos und Einbrüche in der Schramberger Straße in Hermsdorf: Anwohner vermuten einen Zusammenhang und fordern mehr Laternen.

Anwohner der Schramberger Straße bemängeln eine unzureichende Straßenbeleuchtung und fordern eine Ausbesserung.

Anwohner der Schramberger Straße bemängeln eine unzureichende Straßenbeleuchtung und fordern eine Ausbesserung.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Die Anwohner der Schramberger Straße in Hermsdorf überlegen sich bei Einbruch der Dunkelheit genau, ob sie noch einmal zu Fuß die Straße entlang laufen. „Es gibt große Strecken zwischen den Laternen, in denen es wirklich sehr dunkel ist“, sagt Anwohnerin Sylvia Spingies. Zudem seien die Gehwege aufgrund der Baumwurzeln sehr wellig – gerade für gehbehinderte Menschen ein großes Problem, nicht nur in der Dunkelheit. Sie weiß von Nachbarn, dass die mittlerweile Angst haben, ihnen könnte etwas passieren.

Anwohner fühlen sich unsicher

Die kommt auch nicht von ungefähr: In der Nacht am 11. März dieses Jahres standen zwei Autos in Flammen – eine Anwohnerin hörte einen lauten Knall und alarmierte daraufhin die Feuerwehr, wie die Polizei in ihrer Pressemitteilung schreibt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten den Brand zwar löschen, jedoch nicht verhindern, dass ein Peugeot ausbrannte und zwei weitere Fahrzeuge durch die Hitze beschädigt wurden. „Vor circa vier Monaten wurden Autos mit Farbe besprüht und Hakenkreuze bei zwei Autos in die Motorhaube geritzt“, erinnert sich Sylvia Spingies. Erst kürzlich sei bei ihrem Nachbarn die Scheibe seines Autos eingeworfen und der Airbag gestohlen worden. Eingebrochen worden sei nach Angaben der Anwohner auch schon.

Stadtrat Maack: "Kein Kriminalitätsschwerpunkt"

Sylvia Spingies und die anderen Anwohner sind der Meinung, dass das nicht passiert wäre, wenn die Straße ausreichend beleuchtet wäre. Sie fordern nicht nur helleres Licht, sondern auch mehr Laternen – der Abstand sei einfach zu groß, sagen sie. Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD) erkennt das Problem der fehlenden Beleuchtung, kann aber nicht bestätigen, dass die Schramberger Straße ein Kriminalitätsschwerpunkt sei. „Es gibt eine Menge Probleme im Bezirk, aber nicht in dieser Straße“, sagt der Stadtrat. Gesonderte Kontrollen lehnt er daher ab. „Die Schramberger Straße wird ein Teil der Kurzzeitparkzone sein, aber nicht anders behandelt, als die umliegenden Straßen“, sagt Maack.

Senat überprüft derzeit die Abstände der Laternen

Bereits im kommenden Jahr könnte sich das Sicherheitsempfinden der Anwohner verbessern. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) plant einen Ausbau der Straßenlaternen. „Die Gasleuchten in der Schramberger Straße werden im Rahmen eines im kommenden Frühjahr 2019 startenden größeren Bauvorhabens von insgesamt circa 5.500 Standorten umgerüstet“, sagt ein Sprecher der SenUVK. Zunächst seien die Gasleuchten in den Ortsteilen Moabit und Wedding dran, ab Herbst 2019 folge dann Hermsdorf mit etwa 1.100 Umrüstungen, heißt es. Bezüglich einer Aufrüstung der bereits bestehenden Laternen, teilt der Sprecher mit, dass derzeit in Hermsdorf die Abstände überprüft werden. „In der Schramberger Straße ist der Abstand der Straßenlaternen sehr groß. Nach derzeitigem Planungsstand ist deshalb vorgesehen, die Laternenabstände in einigen Teilen der Straße zu reduzieren“, sagt der Sprecher.

Gehwege werden ausgebessert

Zudem wird Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) die Gehwege ausbessern lassen. Die Wurzeln, die das Kopfsteinplaster der Gehwege nach oben drücken, könnten nicht entfernt werden, weil sonst die Standfestigkeit der Bäume infrage gestellt werden müsse und diese dann vermutlich gefällt werden müssten. Es sei zwar kein idealtypisch ausgebauter Gehweg, sagt Schultze-Berndt, aber davon gebe es im Bezirk sehr viele – die Schramberger Straße sei keine, die man prioritär neu bauen müsste.

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