Reinickendorf
Müllentsorgung

Der Kampf gegen illegal abgeladenen Müll

Stadtrat Sebastian Maack will rigoroser gegen Müllsünder vorgehen. Um die Menschen zu sensibilisieren, plant er eine Aktion mit der BSR.

An der Seidelstraße wurde Bauschutt, ein Sofa und auch Farbdosen illegal abgeladen.

An der Seidelstraße wurde Bauschutt, ein Sofa und auch Farbdosen illegal abgeladen.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Autoreifen, Betonplatten, Farbdosen, Bildschirme und Sofas – in Ortsteilen wie Reinickendorf-Ost haben sich viele Menschen bereits an diesen Anblick gewöhnt. Immer wieder wird Müll illegal am Straßenrand oder auf Grünstreifen abgeladen. Im Tegeler Forst hingegen bietet sich dieses Bild eher selten bis gar nicht. Umso erstaunter müssen Passanten gewesen sein, als sie einen riesigen Berg Waschbetonplatten mitten im Wald gefunden haben.

Bürger haben sich wegen diesem und zwei weiteren Fällen in Heiligensee und Tegelort an den Bezirksverordneten Felix Schönebeck (CDU) gewandt, der örtlich und auch sachlich für dieses Thema zuständig ist. Er hat sich das Problem vor Ort angesehen, das Landeskriminalamt, die Berliner Forsten und das bezirkliche Ordnungsamt informiert. „In zwei Fällen ist die Beweislage so schlüssig, dass die Täter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ermittelt werden“, sagt Schönebeck.

Im Fall des Tegeler Forstes hat die Passantin die Betonplatten wieder erkannt, da ihre Nachbarn nur wenige Tage zuvor ihre Terrasse erneuert haben. Doch nicht die Nachbarn haben diese Platten unrechtmäßig entsorgt, sondern eine beauftragte Firma. Vermuteter Grund: Die Mitarbeiter der Firma haben für die Abholung kassiert, wollten aber das Geld für die fachgerechte Entsorgung sparen und selbst einbehalten.

Kompetenzen des Bezirksamts wurden nicht überschritten

Auch wenn die Täter sehr wahrscheinlich ermittelt werden können, der Weg bis dahin war nicht einfach. Die Berliner Forsten haben einen Mitarbeiter, der sich genau um diese Belange kümmert. Ein Grund für Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD) die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen. „Es wäre schlimm gewesen, wenn wir einen Hinweis eines Bürgers bekommen, diesem dann aber nicht nachgehen“, sagt Maack und versichert, dass er seine Kompetenzen nicht überschritten hat. „Wir müssen das nicht machen, können aber.“ Er kündigt an, rigoros gegen Müllverschmutzung vorzugehen.

Gemeinsame Aktion mit der BSR am 1. Dezember

Um dem Müllproblem Herr zu werden und die Menschen auch aufzuklären, hat er gemeinsam mit der BSR am 1. Dezember in Reinickendorf-Ost eine Aktion organisiert. Jeder kann Elektroaltgeräte/Elektroschrott, Sperrmüll und Alttextilien zwischen 8 und 12 Uhr an einer Stadion am Schäfersee gegenüber dem Franz-Neumann-Platz oder in der Kühleweinstraße, Ecke Mittelbruchzeile kostenlos abgegeben, zudem gibt es einen Informationsstand mit Themen rund um das Thema Müllentsorgung und Meldungen von illegalen Müllabladungen. „Illegale Sperrmüllabladungen sind ein großes Problem, nicht nur in Reinickendorf-Ost. Das zieht die Attraktivität der Wohngegend herunter und ärgert die Anwohner. Mit diesem Format probieren wir etwas Neues aus, um die Sauberkeit des Kiezes zu verbessern. Ganz wichtig ist hier auch die Sensibilisierung der Menschen für den Umgang mit Müll.“

Forderung: Forstamt Tegel muss personell besser ausgestattet werden

Für Felix Schönebeck ist es keine Lösung, dass sich das Ordnungsamt zusätzlich um den Tegeler Forst kümmert. Daher setzt er sich dafür ein, dass das Bezirksamt Reinickendorf bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz dafür sorgt, dass das Forstamt Tegel personell so ausgestattet wird, dass es seine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrnehmen kann.

Eine weitere politische Forderung wäre, dass die BSR eventuell ihr Angebot - insbesondere zeitlich - ausweitet. „Man sollte auch darüber nachdenken, ob man das Spektrum der Stoffe, die man bei der BSR abgegeben kann, ausweitet“, sagt Schönebeck.

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