Reinickendorf
Dressur- und Springreiten

Das große Treffen der Pferdefreunde

Der Ländliche Reiterverein Lübars empfängt am Sonntag zum Dressur- und Springreiten.

Ein eingespieltes Team: Hofherrin Ute Kühne-Sironski, die Lübarser Reiterin Sabine Kropp und ihre Stute Feodora

Ein eingespieltes Team: Hofherrin Ute Kühne-Sironski, die Lübarser Reiterin Sabine Kropp und ihre Stute Feodora

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Das Tier ist scheu, der Dressurritt und erst recht das Springreiten sind ein Spektakel – wohl in jedem, der an diesem Wochenende auf dem Reiterhof Kühne-Sironski in Lübars (Reinickendorf) seinem Gefährten die Sporen gibt, steckt ein Pferdeflüsterer. „Hier geht es um die Harmonie zwischen Mensch und Tier“, erklärt Sabine Kropp.

Es ist das 41. Turnier des Ländlichen Reitervereins Lübars, der auf diesem Hof heimisch ist. Seit nunmehr 42 Jahren sitzt Kropp im Sattel. Als sie das erste Mal die Zügel ergriff, war sie ein kleines Mädchen. Das Einfühlungsvermögen hat sie sich seither bewahrt, auch wenn die Pferde wechselten. Ihre Stute, mit der sie am Sonnabend bei der Dressurprüfung antrat, hört auf den Namen Feodora – gemeinsam lieferten Pferd und Reiterin den Zuschauern ein Beispiel, was diesen Sport ausmacht. „Ich kommuniziere mit Feodora durch leichte Hilfegebungen mit Hüften und Beinen“, beschreibt Kropp die Kunst des Reitens. „Je feiner die Hilfe, desto harmonischer läuft das Pferd.“ Dass am Sonnabend im Rahmen des Turniers überhaupt Dressurprüfungen stattfanden, war ein Novum. Eigentlich setzen Ute Kühne-Sironski und der Ländliche Reiterverein auf einen anderen Schwerpunkt: Springreiten.

Am Sonntag können Besucher das Springreiten verfolgen

Dafür ist diesmal der Sonntag reserviert. Besucher können an den Koppeln in Alt-Lübars 27 den ganzen Tag von den Zuschauerrängen verfolgen, wie Ross und Reiter die Hürden nehmen. So kommt das Turnier den Anhängern beider Disziplinen entgegen. Insgesamt sind an diesem Wochenende 200 Teilnehmer aus Berlin und Brandenburg angemeldet. Ein besonderer Höhepunkt am Sonntag ab 13 Uhr: Die Showeinlage „Jump & Drive“. Dabei laufen Reiter und zum Teil auch Pferde in ulkigen Kostümen auf. „Letztes Mal konnten wir Pippi Langstrumpf und ihr Pferd ,Kleiner Onkel‘ begrüßen“, erinnert sich Vereinssprecherin Julia Schrod-Thiel.

Traditionell wird die Veranstaltung gemeinsam mit dem Verein Landfrauen Berlin organisiert. Am Sonnabend schmierten die Helferinnen seit dem Morgengrauen Brote und kochten Kaffee für die Besucher. „Ich bin dabei das Mädchen für das Drumherum“, beschreibt Ute Kühne-Sironski ihre Rolle. Fast jeder der sechs Lübarser Pferdehöfe veranstalte eigene Turniere. Weil aber jeder einen anderen Schwerpunkt setze, sei von einem Konkurrenzkampf nichts zu spüren.

Das Anwesen von Kühne-Sironski in Alt-Lübars existiert seit 350 Jahren. „Pferde halten wir hier aber erst seit 1973“, so die Hofherrin. Die 35 Tiere werden mit Stroh und Hafer aus eigenem Anbau versorgt. In den letzten beiden Sommern war das eine enorme Herausforderung. „Letztes Jahr sind wir abgesoffen, dieses Jahr vertrocknet.“ Die Pferde wurden trotzdem satt – auch, weil man in besseren Jahren etwas zurückgelegt hatte.

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