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"Klaudia mit K": Ein Internet-Star aus Reinickendorf

Die 21 Jahre alte Topmodel-Kandidatin „Klaudia mit K“ über ihre Rolle in der Show, ihren Einfluss und ihre Zukunft.

GNTM: Warum die Finalistinnen glauben, dass sie gewinnen

Vier Mädchen haben es geschafft. Sie stehen im Finale von „Germany’s next Topmodel“. Vor dem letzten großen Walk verrieten sie uns, welche Shootings besonders anstrengend waren.

GNTM: Warum die Finalistinnen glauben, dass sie gewinnen

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Berlin. Klaudia Giez, bekannt aus der Fernsehsendung „Germany’s next Topmodel“ (GNTM) als „Klaudia mit K“, war die beliebteste Kandidatin bei der diesjährigen Staffel. Mit 330.000 Fans auf dem sozialen Netzwerk Instagram ist die 21-Jährige die erfolgreichste sogenannte Influencerin der Nachwuchsmodels. Dennoch schaffte sie es nicht ins Finale am Donnerstag. Was kaum einer weiß: Das rothaarige Model mit polnischen Wurzeln lebt in Reinickendorf. Nach dem Abitur ist sie hierher gezogen. Mit ihrem Freund wohnt sie dort, wo Fluglärm ihre Youtube-Videos unterbricht.

„Ich möchte auch mal schön sein und nicht nur anders“ – dies war ein herzzerreißender Satz, den Sie in der Staffel einmal zu Heidi Klum gesagt haben. Wie geht es Ihrem Selbstbewusstsein nach der Teilnahme?

Klaudia Giez: Durch GNTM hat sich mein Selbstbewusstsein gesteigert. Ich kann mit Kritik besser umgehen und nehme mir Negatives nicht so sehr zu Herzen.

Wie sind Sie zu Ihrem Namen „Klaudia mit K“ gekommen und nervt er Sie?

Ich habe meinen Namen beim Casting buchstabiert und sagte dabei „Klaudia mit K“. Das ist zu Heidi durchgedrungen. Ich mag es, dass ich so genannt werde. Es ist nicht „Klaudia von GNTM“ sondern „Klaudia mit K“ – das ist prägnant.

Sie waren der Liebling der GNTM-Fans. Die Zuschauer und Heidi Klum mochten Ihre eher unangepasste Art und dass Sie immer sagten, was Sie dachten und bei jedem Fotoshooting mit Ihren Ideen überraschten. Ist dieses „Anderssein“ in Ihrem Leben immer auf so viel Gegenliebe gestoßen?

Ich bin nicht immer aufgefangen worden in meiner Vergangenheit. Viele haben mich nicht gemocht, weil ich andere Interessen hatte, mich anders gekleidet habe und andere Musik gehört habe. Das kam nicht immer gut an. Jetzt ist es genau umgekehrt: Weil ich gegen den Strom schwimme, bin ich für andere interessant und knüpfe sehr viele Kontakte.

Wie kamen Sie darauf, sich bei GNTM zu bewerben?

Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, dann arbeite ich so lange daran, bis ich es erreiche. Genau so war das mit GNTM. Ich habe mich bereits zwei Mal zuvor beworben und wurde nicht angenommen. Aber beim dritten Mal hat es geklappt. Ich gebe nie auf und das ist mein Geheimnis. Ich habe auch vor „Germany’s next Topmodel“ bereits zwei Jahre lang gemodelt.

Warum glauben Sie, haben Sie es nicht ins Finale geschafft?

Ich glaube, dass Heidi kein „außergewöhnliches“ Model sucht. Individualität ist in der deutschen Modelbranche noch selten.

Was waren Ihre schönsten und bittersten Momente?

Einer meiner besten Momente bei GNTM war das Ankommen in Los Angeles. Auch habe ich die Entscheidungswalks genossen. Vor allem, weil ich weitergekommen bin. Ich habe mich sehr gut mit den Mädchen verstanden. Ich habe jetzt noch Kontakt mit einigen und wir treffen uns ab und zu. Bitter war, dass ich alles getan habe, um einen Job zu bekommen, es aber nie geklappt hat und ich bis heute nicht die Gründe kenne.

Wie ist es, sich jetzt im Fernsehen zu sehen? Fühlen Sie sich falsch dargestellt wie andere Models?

Ich fühle mich sehr gut getroffen. Man sieht das, was tatsächlich passiert ist. Ich habe GNTM immer mit meinem Freund, mit Freunden aus der Schule und auch mit meinen Eltern geschaut.

YT Klaudia mit K

Gerade sind Sie in Ihrer Internetsendung „Let’s Face Reality“ zu sehen. Welche Zukunftspläne haben Sie?

Ich möchte auf jeden Fall weiterhin im Fernsehen arbeiten. Es macht mir super viel Spaß, die Leute zu unterhalten. Auch meinen Instagram-Account werde ich nicht vernachlässigen. Meine „Klaumunity“ (kurz für: Klaudia plus Community) ist riesig und sie wird immer größer. Das ist auch eine Art Entertainment für die Leute. Ich poste sehr viel und bekomme positives Feedback.

Was unterscheidet Sie von anderen Influencern?

Ich möchte meiner Community vermitteln, dass ich ein normales Mädchen bin, was sehr lange gekämpft hat, um das zu machen, was es liebt. Mein Job ist mein Hobby und ich liebe was ich mache. So lange habe ich davon geträumt und nun ist es Realität. Ich bin nicht der perfekte Internet-Star und das will ich auch nicht sein. Meine junge Community soll wissen, dass nicht immer alles echt ist, was von vielen großen Stars gepostet wird. Ich spreche Themen an, über die viele Leute nicht reden und zeige meinen Alltag, so wie er passiert. Ich schäme mich für nichts und bleibe mir treu.

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