Reinickendorf
Wahrzeichen

Die rote Telefonzelle kehrt nach Tegel zurück

Eine Posse in Reinickendorf hat ihr Ende gefunden. Die rote Telefonzelle steht wieder an der Greenwichpromenade.

Die rote Telefonzelle steht wieder an ihrem angestammten Platz

Die rote Telefonzelle steht wieder an ihrem angestammten Platz

Foto: Janine Richter / BM

Berlin.  Nach knapp zwei Monaten hat eine Bezirksposse ihr Ende gefunden. Die Tegeler haben am Mittwochmorgen ihr Wahrzeichen zurückbekommen. Gegen 11 Uhr ließ das Bezirksamt die englische rote Telefonzelle einschweben und platzierte sie wieder an der Greenwichpromenade – nicht mehr auf dem Gehweg, sondern in einem Beet am Eingangsbereich. Das Geschenk der Londoner Partnergemeinde Greenwich war im Januar ohne Ankündigung abtransportiert und vor das Reinickendorfer Rathaus gestellt worden. Dies löste einen nie dagewesenen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien wie Facebook aus.

Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) rechtfertigte die Aktion damals damit, dass die Telefonzelle immer wieder beschädigt werde und die Instandsetzung jährlich mit mehr als 5000 Euro zu Buche schlage. Am neuen Standort in Wittenau sollte sie gesichert werden und als Hintergrundmotiv für Hochzeitspaare dienen. Nach anhaltendem Protest wollte man ein Nutzungskonzept erarbeiten und sie restaurieren lassen. Letzteres sei nun auf dem Werkhof des Grünflächenamtes geschehen, erläuterte die Stadträtin. Die Zelle sei somit für einen Neuanstrich vorbereitet, den Felix Schönebeck mit seinem Verein „I love Tegel“ im Frühjahr in Abstimmung mit dem Grünflächenamt angehen werde. Der 28-Jährige gewann auch die Betreiber der Hallen am Borsigturm für eine einjährige Patenschaft, um zukünftig nötig werdende Reparaturen ausführen zu lassen. „Ein tolles Engagement“, lobte Schultze-Berndt.

Die Stadträtin gab zu, dass auch der Facebook-Protest zum Umdenken beigetragen habe. „Wir haben zudem von der Partnergemeinde gelernt, dass unser Buddy Bear in einer Grünanlage steht und dort seit Mai 2016 nie beschädigt worden sei. Vormals habe das Wahrzeichen auf der Promenade „mitten im Weg“ gestanden. „Am neuen Standort ist die Telefonzelle hoffentlich ein Stück dem Vandalismus entzogen.“ Zugleich hoffe sie sehr, dass die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit vieler Bürger, die die zwischenzeitliche Abwesenheit der Zelle beklagt hatten, anhalte. „Wenn alle einen aufmerksamen Blick darauf haben, sollte es uns doch gelingen, die Telefonzelle vor weiteren Beschädigungen zu schützen.“

Auch Hunderte Tegeler bedankten sich auf einschlägigen Reinickendorfer Facebookseiten für die Einsicht des Amtes. Mit zahlreichen Bewegtbildern, sogenannten Gifs, feierten sie die Rückkehr. „Hat der Protest in Tegel doch Gewicht“, kommentierte Elmi M. Lena P. schrieb: „Ich habe sie vermisst!“ Kritische Töne kamen von Regina D. „Das Geld hätte man sinnvoller ausgeben können, hätte man vorher mal nachgedacht und den Dialog gesucht“, schrieb sie. In die gleiche Kerbe schlug Claudia S.: „Hoffentlich wird in Zukunft bei solchen Dingen mal der Bürger vorher gefragt.“ Michaela J. appellierte „an den gesunden Menschenverstand aller, die Telefonzelle nicht mehr als Zerstörungsobjekt zu nutzen“.

Das ist Reinickendorf

Imagevideo zum Start der Berliner Morgenpost Reinickendorf.
Das ist Reinickendorf

Mehr zum Thema:

Diese vermüllten Parks und Spielplätze reinigt die BSR

So wirbt Reinickendorf um Touristen

Abtauchen zum Großreinemachen im Tegeler See

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.