Kokainfund

Mutmaßlicher Gehweg-Raser festgenommen – und wieder frei

Beim Mieter des Unfallautos, der auf Passanten zugerast sein soll, fanden Beamte Kokain. Er wurde festgenommen, kam dann wieder frei.

Die Unfallstelle am Wilhelmsruher Damm

Die Unfallstelle am Wilhelmsruher Damm

Nach einer Nacht in Polizeigewahrsam ist der Mieter des Autos, das am Freitagabend über einen Gehsteig in Reinickendorf auf Passanten zugerast war, am Sonntagmittag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der Mieter, der 35-jährige El-K., hatte sich am Sonnabendnachmittag der Polizei gestellt. Zuvor hatte die Polizei in der Nacht zu Sonnabend seine Wohnung in Wedding durchsucht. Dabei fanden die Beamten unter anderem Kokain. Festgenommen wurde er aber nicht wegen des Unfalls, sondern wegen des Besitzes von Rauschgift, hieß es. Er sollte am Sonntag noch einem Haftrichter vorgeführt werden. Wenig später wurde er entlassen.

"Nach Rücksprache mit der Generalstaatsanwaltschaft musste die Polizei den Mieter des Unfallwagens aus Reinickendorf wieder auf freien Fuß setzen", sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Morgenpost am Sonntag. Es hätten keine ausreichenden Haftgründe vorgelegen. Offenbar war die bei der Wohnungsdurchsuchung gefundene Menge Kokain nicht groß genug. "Die Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallflucht laufen aber weiter."

Am Freitagabend gegen 20.10 Uhr war ein Mercedes AMG am Wilhelmsruher Damm in der Nähe des S-Bahnhofes Wittenau über den Bürgersteig gerast. Sieben Menschen an einer Bushaltestelle sprangen zur Seite in Sicherheit. Der Mercedes, ein Mietwagen, rammte einen parkenden Motorroller und raste zurück auf die Straße. An einer Durchfahrt im Mittelstreifen wendete er, fuhr auf der anderen Straßenseite über den Bürgersteig zurück und konnte entkommen. Zeugen notierten sich das Kennzeichen.

Die Ermittlungen ergaben schnell, dass der Wagen von einem Marokkaner gemietet wurde. Noch in der Nacht gegen 2 Uhr stürmten Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) die Wohnung. Der 35-jährige Mieter des Wagens, der dort wohnen soll, war nicht zu Hause. Zunächst war am Freitagabend auch ein Anschlag – auch aufgrund er Herkunft des Mannes, nicht ausgeschlossen worden. Bilder einer privaten Videoüberwachungskamera in der Nähe des Unfallortes brachten dann Klarheit. Der Fahrer des Mietwagens war von der Straße abgekommen, weil er einem wendenden Auto ausweichen wollte. Der Mann wurde mehrfach verhört, gab aber an, nicht selbst am Steuer des Unfallwagens gesessen zu haben. Er habe den Mietwagen an einen anderen Mann verliehen. Von dem Mietwagen, dem Fahrer und dem in den Unfall verwickelten Wagen samt Fahrer fehlt jede Spur.

Mietwagen rast auf Menschengruppe zu - Mieter stellt sich

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