Reinickendorf
Keiler-Attacke

120-Kilo-Wildschwein greift Rentner und Hund in Tegel an

Ein 120 Kilogramm schwerer Keiler verletzt einen Spaziergänger und seinen Hund schwer. Jäger brachten das Wildschwein zur Strecke.

Willi Aigner und sein Hund  Erik wurden in Tegel von einem Wildschwein angegriffen

Willi Aigner und sein Hund Erik wurden in Tegel von einem Wildschwein angegriffen

Foto: B.Z. / Sven Meissner / Sven Meissner

Für den 73 Jahre alten Willi Aigner und seinen fünf Jahre alten Airedale Terrier Erik hätte die Begegnung mit einem 120 Kilogramm schweren Wildschwein in Tegel tödlich ausgehen können. Doch die schnelle Hilfe eines Ersthelfers, das klare Denken des Seniors sowie die professionelle Hilfe der Rettungskräfte der Feuerwehr und Polizei haben das Leben der zwei Weddinger gerettet.

Vor allem in den Berliner Außenbezirken kommt es immer wieder zu den gefährlichen Begegnungen oder Verwüstungen durch Wildschweine. So auch am 23. August, als der 73 Jahre alte Pensionär wie gewohnt mit seinem Hund Erik im Hundeauslaufgebiet am Kamener Weg in Tegel unterwegs war, und beide von einem Wildschwein angegriffen und schwer verletzt wurden.

„Mein Hund ist etwa zwei Meter von mir entfernt unangeleint gelaufen. Plötzlich hörte ich hinter mir ein Rascheln und im nächsten Augenblick wurde mein Hund mehrere Meter hoch durch die Luft geschleudert. Ein großer Keiler hatte meine Terrier mit seinem Hauer förmlich aufgespießt und den Bauch aufgeschlitzt“, sagt der ehemalige Kundendiensttechniker von Siemens. Doch damit nicht genug.

„Im nächsten Augenblick kam das Wildschwein auf mich zugerannt und trieb seinen Hauer in meinen linken Oberschenkel“, sagt der rüstige Rentner. Eine zwölf Zentimer lange und immerhin sechs Zentimeter tiefe Wunde hat der ausgewachsene Keiler dem Mann zugeführt. „Nach der Attacke ist das Tier verschwunden“, sagt Willi Aigner.

Ein Passant hatte Willi Aigner stark blutend gefunden. Und während der Pensionär zunächst seine Wunde selbst verband, um so die starke Blutung zu stoppen, ließ ihn die Sorge um seinen Hund keine Ruhe. Etwa 20 Meter von ihm entfernt, hatte der Passant das ebenfalls stark blutende Tier gefunden. „Die Verletzung an meinem Erik waren so stark, dass ich kaum noch Hoffnungen hatte, dass er das überleben würde“, sagt Aigner. Doch die professionelle Behandlung durch einen Tierarzt in einer Tierklinik am Kurt-Schumacher-Platz habe schließlich das Leben seines Hundes gerettet.

„Ihm geht es heute besser als mir“, sagt er. Derzeit habe er selber noch große Schmerzen im Oberschenkel und das Laufen fällt ihm schwer.

Während nach seiner Auffassung Feuerwehr und Polizei sowie der Ersthelfer, ein pensionierter Chirurg, der dort ebenfalls mit seinem Hund unterwegs war, vorbildlich agiert hätten, sei der Aufenthalt im Krankenhaus für ihn zur Qual geworden. Beinahe zehn Stunden habe er in der Notaufnahme zugebracht bevor er operiert wurde. Doch das sei jetzt Geschichte. Entscheidend sei für ihn, dass sein Erik wieder auf seinen eigenen Pfoten scheinbar unbeschwert an seiner Seite spazieren kann.

Das Wildschwein wurde nach dem Angriff auf Menschen wenig später durch Jäger zur Strecke gebracht.