Reinickendorf

Am Tegeler See wurde erneut ein Hund vergiftet

Mittlerweile wurden mindestens sieben Tiere auf heimtückische Art angegriffen. Tierärzte empfehlen Haltern, den Tegeler See zu meiden.

 Ausflügler am Tegeler See

Ausflügler am Tegeler See

Foto: dpa

Erneut ist am Tegeler See in Reinickendorf ein Hund Opfer einer heimtückischen Attacke geworden. Nach Angaben des Veterinärmedizinischen Zentrums an der Scharnweber Straße hat sich am Donnerstag erneut ein Halter in der Praxis gemeldet und sein Tier untersuchen lassen.

Auch in diesem Fall habe der Hund ähnliche Symptome aufgewiesen wie die bereits bekannten Fälle. Plötzlich Lähmungserscheinungen, Krämpfe, Zittern und Erbrechen. Die Tiere leiden unter Durchfall, auf einmal steht das Herz still. Weitere Angaben zum Halter sowie zu seinem Tier sind nicht bekannt. Mit diesem jetzt bekannt gewordenen Fall hat sich die bislang bekannte Zahl der auf heimtückische Art und Weise getöteten oder schwer verletzten Hunde am Tegeler See auf sieben erhöht.

Giftköder wurden am Ufer nahe der Parkanlage ausgelegt

Offenbar sind am Ufer des Sees nahe der Parkanlage am Borsigdamm Hundehasser unterwegs und legen hochgiftige Köder aus. Nach Angaben der Facebook-Seite "Giftköderalarm Berlin" sind bislang mindestens sechs Hunde dort vergiftet worden und einige auch an den Folgen der Vergiftung gestorben. Bei der Polizei sind mit Donnerstag drei entsprechende Anzeigen erstattet worden. Die Behörde ermittelt wegen Tierquälerei. Eine Tierärztin bestätigte, dass bei den ihr bekannten Vergiftungsfällen bei Hunden zwischen den ersten Symptomen und dem Einsetzen des Todes nur 40 Minuten vergehen.

Noch liegen die Ergebnisse der Laboruntersuchungen nicht vor. Bis diese ausgewertet sind, empfehlen Tierärzte den Tierhaltern den Bereich am Tegeler See mit ihren Hunden möglichst zu meiden. Das Bezirksamt Reinickendorf schließt eine Belastung des Wassers des Sees mit toxischen Stoffen in Mengen, die für Mensch und Tier gefährlich sein könnten, aus. Erst Ende April habe das Landesamt für Gesundheit und Soziales die Wasserqualität untersucht. Die Wasserproben an den Badestellen seien nicht verunreinigt gewesen – auch nicht mit giftigen Blaualgen. Vorsorglich wurde das Gesundheitsamt eingeschaltet.

Ein Gesundheitsaufseher und ein Mitarbeiter vom Umwelt- und Naturschutzamt sind nach Bekanntwerden der ersten Vergiftungsfälle das Ufer abgelaufen. Auch sie haben bei ihren Kontrollen keine Hinweise auf eine Verunreinigung des Seewassers feststellen können. Denn Fische und Vögel im Uferbereich sind bislang nicht auffällig. Daher vermuten die Mitarbeiter des Bezirksamtes, dass die jüngsten Tiererkrankungen durch illegal ausgelegte Giftköder ausgelöst wurden.

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