Reinickendorf
Schule in Berlin

Montessori-Schule in Wittenau: Gebäude dringend gesucht

Die Montessori-Schule kämpft in Wittenau um ein neues Quartier – und hofft jetzt auf den Berliner Bildungssenat.

150 Kinder besuchen die Montessori-Schule in Heiligensee

150 Kinder besuchen die Montessori-Schule in Heiligensee

Foto: Reto Klar

Der Schwebezustand, in dem sich die private Montessori-Schule seit Jahren befindet, hält an. Zwar hat das Bezirksamt Reinickendorf der Privatschule den Vertrag im ehemaligen Schulgebäude am Stolpmünder Weg in Heiligensee bis zum Sommer 2018 verlängert, doch eine Lösung für den Umzug ins ehemalige Collège Voltaire an der Rue Racine 7 in der Cité Foch in Wittenau ist immer noch nicht in Sicht.

„Wir sind froh, dass es mit der Verlängerung in Heiligensee geklappt hat, so haben wir etwas Druck rausgenommen“, sagte Stadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU). Das Schulgebäude könne der Schule allerdings dann nicht länger überlassen werden, weil das Bezirksamt die Räume als Filialstandort für die Haushofer-Sekundarschule selbst benötige. „Wir würden es sehr gerne sehen, dass es mit der Montessori-Schule in der Cité Foch klappt, haben aber keinen Einfluss darauf“, so Dollase weiter.

Einfluss darauf nehmen könnte die Bildungsverwaltung des Senats. Das zumindest hofft Christian Grune, Vorstandsvorsitzender der Montessori-Stiftung. Eigentlich hätten sie schon längst in das Gebäude des früheren Collège Voltaire in der Cité Foch einziehen wollen. Doch die zwei mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) besprochenen Wege – es zu mieten oder zu pachten und selbst zu sanieren – funktionieren nach Auskunft von Grune nicht. „Beide Varianten liegen wirtschaftlich über dem, was sich die Schule leisten kann“, sagte er. Die Miete, die die BIM ausgerechnet habe, liege dreimal so hoch wie erhofft, auch die Pacht übersteige die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Einrichtung.

Der Ball liegt jetzt bei der Bildungsverwaltung

Nach Meinung der CDU müsste die BIM der Montessori-Stiftung „ein wirtschaftlich vertretbares Angebot vorlegen“ und den Einzug der Schule ermöglichen. Das fordern Björn Wohlert, der Ortsvorsitzende der CDU Wittenau, und der Reinickendorfer CDU-Abgeordnete Tim Zeelen. Doch es gibt Hürden. Die BIM ist auch in diesem Fall „verpflichtet, wirtschaftliche Ansätze zu verfolgen“, wie BIM-Sprecher Christian Breitkreutz dieser Zeitung sagte. Die komplette Schule müsse in diesem Fall saniert werden. „Würden wir die Konditionen unter dem marktüblichen Mietzins anlegen, wäre das eine Subvention. Dafür bedürfte es dann einer politischen Entscheidung seitens der Bildungsverwaltung, so Breitkreutz weiter.

Grune hatte der Senatsfinanzverwaltung ursprünglich vorgeschlagen, dass die Montessori-Stiftung das Gebäude für einen symbolischen Euro pachtet und die Sanierung selbst übernimmt. „Das könnte uns erlauben, zu investieren und das Gebäude anschließend selbst zu nutzen.“ So wie es auch Kitas ermöglicht werde in Berlin. „Aber die Senatsfinanzverwaltung hat uns geschrieben, dass die Regelung vermutlich auf Schulen nicht übertragbar ist. Es bedürfe einer fachpolitischen Entscheidung der Senatsbildungsverwaltung“, so Grune weiter. Dort liegt der Ball jetzt.

Bereits seit Dezember 2014 arbeitet die Schule an einer Lösung ihres Pro-blems. 150 Kinder und Jugendliche besuchen die Einrichtung, zu der auch Kitas gehören. „Wir haben eine Supernachfrage, können aber wegen der räumlichen Unsicherheit nur eingeschränkt aufnehmen“, so Grune. Die Montessori-Stiftung betreibt in Berlin fünf Schulen. Sie arbeitet gemeinnützig und berechnet den Eltern nach eigener Auskunft ein sozialverträgliches Schulgeld.

Noch wohnen im früheren Collège Voltaire Flüchtlinge

Noch dient das Gebäude des früheren Collège Voltaire als Flüchtlingsunterkunft. Und die Belegung mit 206 Personen wird auch noch fortgeführt, wie Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), sagte: „Momentan stehen andere Objekte, gerade in Reinickendorf, auf der Prioritätenliste oben. Daher muss ich für den Standort Collège Voltaire noch um Geduld bitten.“

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