Prenzlauer Berg

Teuer saniertes Bad öffnet – aber ohne Angela Merkels Sauna

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Farbenfrohe Fliesen und beleuchtete Becken aus Edelstahl: Dem Schwimmbad im Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg lässt sich seine DDR-Vergangenheit kaum noch anmerken.

Farbenfrohe Fliesen und beleuchtete Becken aus Edelstahl: Dem Schwimmbad im Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg lässt sich seine DDR-Vergangenheit kaum noch anmerken.

Foto: Berliner Bäder-Betriebe / Berliner Morgenpost

Bäderbetriebe öffnen das sanierte Schwimmbad im Thälmann-Park mit neuen Finessen. Doch die Sauna, wo Merkel schwitzte, bleibt dicht.

Berlin.  Frisch saniert empfängt das Hallenbad im Ernst-Thälmann-Park ab Montag, 9. Januar, erstmals seit zwei Jahren wieder Besucher – mit Edelstahlbecken, Schwall-Duschen und bunter Unterwasserbeleuchtung. Nach 24 Monaten Bauzeit dürfen Schwimmfreunde in Prenzlauer Berg damit endlich wieder abtauchen und die neuen Errungenschaften des 2,3 Millionen Euro teuren Projekts testen. Doch ein Bereich, nach dem sich so mancher gerade im Winter gesehnt hatte, bleibt – trotz aufwändiger Sanierung auch an dieser Stelle – gesperrt: die Sauna. Und das ist nicht irgendein beliebiges heißes Örtchen. Hier soll 1989 Angela Merkel den Abend des Mauerfalls zugebracht haben. Im Thälmann-Park-Bad kannte man die die damals 35-jährige Stammbesucherin wegen ihrer Treue auch als „Sauna-Angela“, wie die Bild berichtete.

Wegen Sparvorgaben des Senats in der Energiekrise bleiben die Öfen in genau diesen, nun rundum erneuerten Aufguss-Räumen aus, melden die Bäder-Betriebe. Denn so ist es für alle Saunen in den landeseigenen Bädern verfügt, egal wie modern. Und egal von wem sie einst genutzt wurden. Ein Öffnungsdatum? Völlig unklar. Ein Videoclip bei Youtube zeigt, dass man sich in einem geschmackvollen Ambiente aus erdfarbenen Fliesen und minimalistischen Mustern des Bads im Thälmannn-Park durchaus wohlfühlen könnte. Und zur Ausstattung gehört nicht nur eine Finnische Sauna, sondern, auch ein Dampfbad.

Saniertes Bad in Prenzlauer Berg soll dank neuer Technik Energie sparen

Unabhängig vom noch abgeschalteten Wellnessbereich soll die neue Gebäudetechnik zu einer deutlichen Energieeinsparung führen – dazu gehört eine effizientere Lüftungsanlage, und ein komplett überarbeitetes System zum Betrieb des Nichtschwimmerbeckens.

Badleiter Steffen Pflantz kann seine Gäste in einer bisher nicht gekannten Stille begrüßen – Schallschutzplatten werden so manchen Vergnügungsschrei dämpfen. Neue Erkenntnisse zu den Bedürfnissen von Kindern flossen ins Nichtschwimmerbecken ein, wo eine kräftige Dusche aus einer Düse auf den Nacken platscht und Bodensprudler die Fußsohlen kitzeln. Währen dieser Bereich mit einer grünen Fliesung markiert ist, leuchten die Wände des Schwimmer-Bereichs in einem lichten Blau.

Ernst-Thälmann-Park erinnert als Denkmal an die späte DDR-Moderne

Farbgebungen, die nicht mehr darauf schließen lassen, dass es sich um ein Erbe der späten DDR-Moderne handelt. Tatsächlich gehörte dieser Freizeitort zum Gesamtensemble des Ernst-Thälmann-Parks, was heute als Gesamtdenkmal an die Baukunst der späten 1980er Jahr in Ost-Berlin erinnert. Und es könnte sein, dass Angela Merkel ausgerechnet hier, im Sauna-Ruheraum, am 9. November 1989 die historische Nachricht vernahm: Die Mauer ist auf.

Schwimmbad Ernst-Thälmann-Park, Lilli-Henoch-Straße 20, 10405 Berlin, geöffnet Mo 6.30 – 22 Uhr, Di 6.30 – 22 Uhr, Mi 10 – 22 Uhr, Do 6.30 – 22 Uhr, Fr 6.30 – 22 Uhr, Sa/So: 10 – 17 Uhr

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