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Warum in Weißensee schon wieder Wahlen stattfinden

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Tausende Bürger in Weißensee ab 16 Jahren können sich an einer Wahl beteiligen, die über die Zukunft ihres Kiezes mitentscheidet.

Tausende Bürger in Weißensee ab 16 Jahren können sich an einer Wahl beteiligen, die über die Zukunft ihres Kiezes mitentscheidet.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Bürger sollen bei den 65 Millionen Euro schweren Plänen für Pankows neues Sanierungsgebiet Langhansstraße mitreden. Erst wird abstimmt.

Berlin.  Kreuze setzen auf Wahlzetteln – dieses Prozedere hat nach den Pannen der Berlin-Wahl vor knapp einem Jahr längst nicht jeder Bürger in guter Erinnerung. In Weißensee ist es jetzt erneut soweit. Aber es geht nicht etwa um ein Votum für Politiker, sondern um Mitsprache bei der Planung des neuesten Sanierungsgebiets im Bezirk Pankow.

15 Jahre lang geschieht hier ein bis zu 65 Millionen Euro teurer Stadtumbau, hoffentlich im Sinne der Bürger. Über 70 Kandidaten stellen sich ab sofort zur Wahl für die Stadtteilvertretung im Kiez rund um die Langhansstraße. Stimmberechtigt sind mehrere Tausend Bürger im Alter ab 16 Jahren, die in diesem Kiez leben.

Was Stadtteilverteter bewirken sollen? Es geht um Mitsprache an der wichtigen Schnittstelle zwischen der Kiez-Gesellschaft und der Pankower Verwaltung, die für eine Neugestaltung des Langhansviertels möglichst viel Rückmeldung und Rückendeckung aus der Bewohnerschaft braucht.

Bezirksamt Pankow stellt 70 Kandidaten vor

Wie berichtet, will das Bezirksamt Pankow im Sanierungsgebiet grobe Infrastrukturprobleme beheben – dazu zählt vor allem der Mangel an Freizeitflächen und Spielplätzen in der von Familien geprägten Wohngegend. Per Vorkaufsrecht hat der Bezirk sogar Wohnungs-Neubauvorhaben gestoppt, um auf zwei Grundstücken neue Spielplätze zu errichten.

Natürlich reichen die Pläne für die jahrelange Operation am Weißenseer Kiez noch weiter und umfassen zum Beispiel auch Pläne zur Verkehrsberuhigung – womöglich mit Kiezblocks oder Fahrradstraßen. Weil solche Pläne oft kontrovers diskutiert werden, sollen Stadtteilvertreter Mitbestimmung für möglichst viele Bevölkerungsgruppen garantieren.

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Wem soll man seine Stimme geben? Eine Kennenlern-Veranstaltung am 24. August in der Heinz-Brandt-Schule (ISS Weißensee), Langhansstraße 120 soll die Wahl der Kiez-Vertreter erleichtern. Ab 18 Uhr können sich Besucher informieren und nachfragen. In einer online einsehbaren Broschüre stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten jetzt schon vor. Und bis zum 2. September dürfen Einwohner dann auf Zetteln ankreuzen und entscheiden.

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