Hilferuf aus Polen

Ukrainer in Kołobrzeg: Pankow spendet für seine Partnerstadt

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Viele Ukrainer, die über den Grenzübergang Medyka aus ihrer kriegsgeschüttelten Heimat flüchten, bleiben in Polen. Dort bekommen sie nun Hilfe aus Pankow.

Viele Ukrainer, die über den Grenzübergang Medyka aus ihrer kriegsgeschüttelten Heimat flüchten, bleiben in Polen. Dort bekommen sie nun Hilfe aus Pankow.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Im polnischen Kołobrzeg harren über 3000 ukrainische Kriegsflüchtlinge aus. Beistand aus Pankow kommt aus gutem Grund.

Berlin. Internationale Städtepartnerschaften der Berliner Bezirke leben oft von Symbolik, gegenseitigen Besuchen und netten Gesten. Im Fall von Pankow und seiner Partnerstadt Kołobrzeg in Polen geht es nun um weit mehr. Hier, im 270 Kilometer entfernten Ostseebad, versucht eine nur 46.000 Einwohner große Gemeinde 3000 ukrainischen Kriegsflüchtlingen ein würdiges Zuhause zu bieten. In Pankow dürfte inzwischen eine ähnliche hohe Zahl von Ukrainern untergekommen sein – aber hier sind sie Teil eines 410.000 Einwohner großen Hauptstadt-Bezirks.

So ist es zu verstehen, dass Pankow Kołobrzeg nun zur Hilfe eilt und mit einer Spendenkampagne rasch Geld beschafft für die Versorgung der vielen Geflüchteten in Westpommern. „Aufgrund der kritischen Situation wandte sich die Bürgermeisterin von Kołobrzeg, Anna Mieczkowska, mit der dringenden Bitte um solidarische Hilfe an uns“, beschreibt ein Sprecher des Bezirksamts Pankow den Ernst der Lage.

„Kritische Situation“: Bürgermeisterin von Kołobrzeg bittet in Pankow um Hifle

Helfen will man im Berliner Norden nicht nur aufgrund der Dramatik, sondern auch aus aufrichtiger Freundschaft. Eine langjährige Städtepartnerschaft verbinde Pankow mit dem Ort an der polnischen Ostseeküste, heißt es vom Bezirk. Nun wolle man diese Partnerschaft zu einem kritischen Zeitpunkt nochmals bekräftigen.

In einem gemeinsamen Aufruf des Vereins Freunde Kolbergs, des Vereins für Pankow und des Bezirksamtes Pankow werden Bürger, Initiativen und Sponsoren nun um finanzielle Unterstützung für die von der Stadt Kołobrzeg aufgenommenen Geflüchteten aus der Ukraine gebeten. Zuvor hatte bereits eine Eisdiele aus dem Pankower Florakiez mit Hilfe eines befreundeten Möbelunternehmens eigene Spendenfahrten an den Ostseeort organisiert.

Spenden für Kołobrzeg kommen Ukrainern zu gute

Die Summe der Spendengelder aus dem jetzigen Aufruf des Bezirks soll allein dazu dienen, „die kritische Versorgung der Geflüchteten in Kołobrzeg sicherzustellen, unter anderem mit Schulsachen, Hygieneartikeln und Lebensmitteln“, wie es aus dem Rathaus Pankow heißt.

Wer spenden möchte, kann dazu folgendes Konto nutzen:

Bezirksamt Pankow

Berliner Sparkasse

IBAN: DE06 1005 0000 4163 6100 01

Verwendungszweck: 0833000220972/Ukraine

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