Ukraine-Krise in Berlin

Sri-Lanker bekocht kostenlos ukrainische Mütter und Kinder

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Restaurantbetreiber Wijerathna Storz-Vidanage aus Prenzlauer Berg kümmerte sich um Tsunami-Opfer und Obdachlose, nun auch um ukrainische Frauen.

Restaurantbetreiber Wijerathna Storz-Vidanage aus Prenzlauer Berg kümmerte sich um Tsunami-Opfer und Obdachlose, nun auch um ukrainische Frauen.

Foto: Thomas Schubert

Das Restaurant „Suriya Kanthi“ in Prenzlauer Berg will trotz eigener Not zum Frauentag ein Zeichen setzen – wie bei früheren Krisen.

Berlin. Wijerathna Storz-Vidanage kann nicht behaupten, dass es um sein Restaurant nach zwei Jahren Corona-Krise gut bestellt wäre. „Aber den Ukrainerinnen geht es leider viel schlechter“, begründet der Wirt des Sri-Lanka-Restaurants „Suriya Kanthi“ seine Aktion zum Frauentag. Am kommenden Dienstag, 8. März, will er in seinem Lokal in Prenzlauer Berg so viele Ukrainerinnen wie möglich bewirten, „ihnen helfen, dass sie für einen Moment die Geschehnisse vergessen können“, wie der Gastronom hofft.

Ab 17 Uhr bis in den späten Abend sollen die Räume maximal 40 Flüchtlingen gleichzeitig zur Verfügung stehen. Dazu versucht Storz-Vidanage, mit verschiedenen Heimen Kontakt aufzunehmen, vor allem im Bezirk Pankow, denn dort sind schon mehr als 200 Ukrainerinnen mit ihren Kindern zum Beispiel im Containerdorf Buch untergekommen. Absprachen treffen und einen Fahrdienst zu organisieren, das soll in den nächsten Tagen gelingen.

Ukrainische Flüchtlinge sollen bei exotischem Essen Kontakte knüpfen

Alle ukrainischen Flüchtlinge dürfen zwischen vegetarischen Gerichten oder Curry-Spezialitäten wählen. „Wer möchte, bekommt auch ein Glas Wein“, verspricht der Wirt, der selbst vor 40 Jahren nach Berlin kam und es den Ukrainern gut nachfühlen könne, allein zu sein in einer fremden Großstadt. „Ich möchte den Frauen am Frauentag einen Treffpunkt anbieten, bei dem sie ihre Erfahrungen austauschen können. Und wo sie einmal etwas anderes zu essen bekommen als vielleicht Wurst und Kartoffeln.“



Es ist längst nicht die erste Wohltätigkeitsaktion im „Suriya Kanthi“ an der Prenzlauer Allee. Storz-Vidanage kochte auch schon für Afghanen, sammelte Spenden für Tsunami-Opfer und verteilte Speisen an Obdachlose. Nun hofft er auf die Anmeldung zur Verköstigung von ukrainischen Flüchtlingsgruppen, telefonisch unter (030) 442 53 01 oder per E-Mail an info@suriya-kanthi.de.