Förderprojekt

Kleingärtner schützen Golddistel und Grasnelke

Sibylle Haberstumpf
Mit einem Pferdewagen ließ sich die Kleingartenkolonie "Gartenbau Nordend" zwei Kubikmeter Sand bringen. Die Kleingärtner entfernten eine versiegelte Betonfläche auf ihrem Gelände und bepflanzten sie mit seltenen Wildpflanzen.

Mit einem Pferdewagen ließ sich die Kleingartenkolonie "Gartenbau Nordend" zwei Kubikmeter Sand bringen. Die Kleingärtner entfernten eine versiegelte Betonfläche auf ihrem Gelände und bepflanzten sie mit seltenen Wildpflanzen.

Foto: Privat

Berliner Kleingartenkolonien siedeln für das Naturschutzprojekt „Urbanität und Vielfalt“ bedrohte Wildpflanzen an.

Berlin. Für den Schutz bedrohter Wildpflanzen gehen mehrere Berliner Kleingartenkolonien neue Wege und beteiligen sich beim Bundesförderprojekt „Urbanität und Vielfalt“ – Ziel des Projektes ist es, seltene, regionale Pflanzen anzusiedeln. Als erste Berliner Kolonie hat der Verein „Gartenbau Nordend e.V.“ in Pankow jetzt mit dem Projekt begonnen.

Vor kurzem wurde dafür eine versiegelte Betonfläche auf dem Vereinsgelände entfernt. Mit einem klassischen Pferdefuhrwerk seien zwei Kubikmeter Sand als Grundlage zum Blühen der Wildpflanzen angeliefert und verteilt worden, wie der Verein berichtet. „Wir kümmern uns bei dem Projekt um Pflanzen auf der Roten Liste“, erklärt der Vereinsvorsitzende Jörg.

Seltene Pflanzen sollen Wildbienen anlocken

Sprich: Um Arten, deren Bestände bundesweit zurückgehen, die als gefährdet gelten und unter besonderem Schutz stehen. „Die Kleingärtner helfen bei der praktischen Vermehrung und können die Pflanzen im Garten auspflanzen.“ Sie sollen später wiederum verschiedene Arten von Wildbienen anlocken.

Folgende Pflanzen wollen die Pankower Kleingärtner hegen und pflegen: Berg-Haarstrang, Golddistel, gewöhnliche Grasnelke und Steppen-Lieschgras. Informationen zu den Pflanzen sind beispielsweise zu finden auf der Projekt-Homepage. Dort heißt es, der Bestand seltener Pflanzen soll gestärkt werden. Nicht zuletzt diene das Projekt aber auch dazu, „die Wichtigkeit der Kleingärten in der Stadt zu bestärken“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Die Kolonie „Gartenbau Nordend“ mit 51 Parzellen und rund 100 Mitgliedern wurde 1907 gegründet. Nach Angaben des Vereins ist sie die älteste Kleingartenanlage in Pankow. Das Projekt „Urbanität und Vielfalt“ wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit; Partner sind unter anderem die Humboldt Universität und die Universität Potsdam.