Volle Papiertonnen

Wegen Homeoffice: Dauerparker behindern Müllwagen

Folge des Lockdowns: In Prenzlauer Berg fiel die Müllabfuhr mehrfach aus. Die Laster kamen wegen zugeparkter Straßen nicht durch.

In engen Straßen von Altbauquartieren hat die Müllabfuhr Mühe, alle Haushalte zu erreichen - nicht nur in Prenzlauer Berg. (Symbolbild)

In engen Straßen von Altbauquartieren hat die Müllabfuhr Mühe, alle Haushalte zu erreichen - nicht nur in Prenzlauer Berg. (Symbolbild)

Foto: Tobias Kleinschmidt / picture-alliance / Tobias Kleinschmidt

Berlin. Die Straßen sind eng, die Müllaster sind groß, die Papiermüll-Tonnen bleiben voll. In Facebook-Gruppen beklagen sich dieser Tage Anwohner des Bötzowviertels darüber, dass ihre Behälter überquellen. In manchen Fällen soll die Abholung des Papiermülls seit Dezember immer wieder gescheitert sein – weil die Müllabfuhr wegen zugeparkter Wege nicht ans Ziel kam. So lautet die offizielle Begründung des zuständigen Unternehmens Berlin Recycling. Aber offenbar liegt das Problem, das auch andere Teile Prenzlauer Bergs und der Berliner Innenstadt betrifft, nicht nur an vereinzelten Falschparkern. Mit Ausdehnung des Corona-Lockdowns könnte das Dilemma zum Dauerzustand werden.

Müllabfuhr: Homeoffice sorgt für Parkplatznot in Prenzlauer Berg

"Es sind derzeit viele im Homeoffice. Und dadurch sind die Straßen vollgeparkt", gibt ein Sprecher von Berlin Recycling eine Erklärung dafür, warum sich das Problem etwa im Bötzowviertel verschärft hat. Es handle sich generell um ein eng bebautes Stadtgebiet, in dem Müllwagen-Fahrer leicht in Schwierigkeiten geraten, wenn es darum geht, die Kurve zu bekommen. Ob die Laster trotzdem ihr Zielort angelangen, hänge auch vom fahrerischen Können ab, erklärt der Sprecher. Es bleibe der Einschätzung der Fahrer überlassen, ob die konkrete Situation so aussichtslos scheint, dass sie die Tour abbrechen müssen – "aber es wird am gleichen Tag mehrmals versucht", betont Berlin Recycling. Die Fahrten fänden definitiv statt und der Wille, den Müll abzuholen sei da.

Hausmeister können Mülltonnen herausfahren

Abschleppen lassen darf das Unternehmen Falschparker - anders als zum Beispiel die BVG - nicht. Und selbst wenn: Es fehle ohnehin die Zeit, um auf den Abschleppdienst zu warten, heißt es. Stattdessen versuchen Müllunternehmer im Bötzowkiez und anderen betroffenen Gegenden Gebäudeeigentümer auf die schwierige Zugänglichkeit der Tonnen hinzuweisen. Eine Lösung sieht bestenfalls so aus, dass die Hausmeister die Tonnen vor der Abholung an gut erreichbare Punkte fahren. Dass diese Strategie bei der Vielzahl von Hauseigentümern nicht sofort funktioniert, liegt auf der Hand.

Mittelfristig könnten kleinere Müllwagen helfen, die sich einfacher durch Berliner Altbau-Kieze zirkeln lassen. Bei der Flottenerneuerung, etwa bei der BSR, steht meistens höhere Effizienz in puncto Spritverbrauch im Vordergrund. Aber ein kleiner Wagen, betont der der Sprecher von Berlin Recycling, bedeutet auch weniger Fracht. Und noch mehr Fahrten.