Neue Strecke

Corona wirft Planung für Tram am Pankower Tor zurück

Die Straßenbahn von Pankow nach Weißensee ist entscheidend für ein Großprojekt mit 2000 Wohnungen. Doch das Verkehrsprojekt hängt fest.

Wo die Haltestellen der Tram zwischen Pankow und Weißensee liegen werden, bleibt offen. Das Schlüsselprojekt für die Netzerweiterung im Berliner Norden lässt auf sich warten. 

Wo die Haltestellen der Tram zwischen Pankow und Weißensee liegen werden, bleibt offen. Das Schlüsselprojekt für die Netzerweiterung im Berliner Norden lässt auf sich warten. 

Foto: Thomas Schubert / BM

Berlin. Der Straßenbahn gehört die Zukunft – zumindest was die Anbindung neuer Stadtquartiere in Pankow anbelangt. Während das Verfahren zur Verlängerung der BVG-Straßenbahnlinie M2 für die Erschließung des Blankenburger Südens zügig fortschreitet, liegen die Pläne für ein zweites wichtiges Tram-Projekt weit zurück: Die so genannte „Nordtangente“ soll eine schnelle Ost-West-Verbindung schaffen zwischen dem S- und U-Bahnhof Pankow und dem Pasedagplatz in Weißensee. Und dabei künftig die neuen Nachbarn aus dem geplanten Neubauviertel Pankower Tor mit 2000 Wohnungen transportieren.

Doch eine Vorzugsvariante für die Streckenführung liegt immer noch nicht vor. „Die Untersuchungen zur Straßenbahnstrecke Tangente Pankow – Weißensee konnten entgegen den Planungen noch nicht vollständig abgeschlossen werden, sodass noch keine verbindlichen Aussagen möglich sind“, erklärt Staatssekretär Ingmar Streese nun auf Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf. Grund für das stockende Verfahren: die Corona-Krise.

Beschluss des Senats zur neuen Tram in Pankow steht aus

So führten laut Streese die Einschränkungen durch den Lockdown zu ausgefallenen „Präsenzterminen“. Die Folge war ein „dementsprechend erschwerter Abstimmungsbedarf“, der über andere Formate und Kanäle bewältigt werden musste. Auch „Verzögerungen durch personelle Engpässe“ haben die Pankower Tangente während der ersten heißen Phase der Corona-Pandemie zurückgeworfen. Die Konsequenz: Ein für das Frühjahr 2020 geplanter Senatsbeschluss über das Tram-Projekt kam bis heute nicht zustande. Erst jetzt stehe die Grundlagenuntersuchungen kurz vor dem Abschluss. Und dann gibt es Klarheit über eine Vorzugsvariante für die Tram am Pankower Tor.

Investor Kurt Krieger muss aber offenbar keine Probleme für sein Großvorhaben befürchten. Tatsächlich wird im Planungsgebiet des Quartiers eine Trasse freigehalten, erklärt die Abteilung Stadtentwicklung im Bezirksamt Pankow. Sowohl bei einem Workshopverfahren als auch bei dem Mobiliätskonzept für das Viertel werde diese Strecke enthalten sein. Auch wenn die Planungen am Pankower Tor und die Straßenbahnstrecke eng zusammenhängen und die Tram-Pläne im Rückstand sind, schließt das Bezirksamt eine Verzögerung für das Quartier aus. Dies sei trotz des verschobenen Abschlusses der Grundlagenuntersuchungen zur Tram-Trasse nicht zu erwarten, teilt das Amt mit.

Pankower Tor: Planer befassen sich mit Kröten und Konzepten

Dennoch gilt es eine Vielzahl von Hürden, die das Wohnungsbauprojekt an der Prenzlauer Promenade trotz 13 Jahren Vorbereitungszeit noch bremsen können. Auf der Liste stehen zum Beispiel weitere Untersuchungen für den Standort einer Oberschule, das Mobilitätskonzept und die Vorbereitung einer Verkehrsuntersuchung.

Und dann sind da noch die Konflikte um den Artenschutz. Bevor der Umzug einer Population von Kreuzkröten nicht geregelt ist, wird das für die Gestaltung des Quartiers entscheidende Werkstattverfahren nicht starten. Umso fraglicher ist der Termin für den Baustart, der nach letztem Stand für Ende 2023 oder Anfang 2024 angepeilt war – im Bezirksamt heißt es dazu nur noch: „Aussagen zum Baubeginn können zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.“