Stadtentwicklung

Warum auf der „Kaufhallen-Brache“ in Pankow Bagger rollen

Die Planungen für ein Wohn- und Gewerbequartier am Dorfanger in Pankow laufen noch Jahre. Trotzdem entsteht jetzt ein erstes Bauwerk.

Nach Jahren des Stillstands fahren auf der Brache vor dem Dorfanger im Pankower Zentrum Baufahrzeuge auf.

Nach Jahren des Stillstands fahren auf der Brache vor dem Dorfanger im Pankower Zentrum Baufahrzeuge auf.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Soeben hat am Pankower Anger die kleinste Ikea-Filiale Deutschlands eröffnet, da bahnt sich gleich daneben auf der Freifläche, die Pankowern als „Kaufhallen-Brache“ wohl bekannt ist, nun die nächste Veränderung an. Es ist ein Vorgang, der Passanten seit Tagen rätseln lässt: Obwohl ein neues Quartier auf der Fläche eines vor Jahren abgerissenen DDR-Markts an der Breite Straße noch im Planungsprozess steckt, tragen Bagger schon den Boden ab. Tatsächlich handelt es sich noch nicht um den Baubeginn für das neue Ensemble aus Gewerbeflächen und bis zu 80 Wohnungen – dieses Projekt hatte der Investor ANH Hausbesitz 2019 nach einer Einigung mit dem Bezirksamt Pankow im Bauausschuss vorgestellt. Aber es entsteht ein Bauwerk, das einen Vorgeschmack gibt auf die künftige Bestimmung dieser Lücke im Florakiez.

Bauprojekt in Pankow: Pavillon soll „Belebung der Fläche einleiten“

„Wir werden einen Pavillon aus Holz mit Solarenergie und Café errichten. Im Dezember ist die Eröffnung geplant“, erklärt eine Leiterin von ANH auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Dieser Pavillon soll Pankowern als Anlaufpunkt dienen, um sich über das neue Quartier zu informieren. Derweil soll das Bebauungsplanverfahren weiterlaufen, so dass mit einem Baustart ab Ende 2023 zu rechnen ist. Aus Kreisen der Senatsverwaltung der Stadtentwicklung heißt es, dass der Pavillon auf der Kaufhallen-Brache eine bis 2025 befriste Baugenehmigung bekommen hat, um „den Beginn der Belebung der Fläche einzuläuten“. Außerdem werden nun weitere Details der Planung bekannt.

Neues Quartier mit Co-Working-Plätzen und Boutique-Hotel

Vorgesehen ist die Errichtung mehrerer Gebäude mit einer Mischnutzung aus Einzelhandel, Wohnen, Büros, Coworking-Plätzen, einem Boutique-Hotel und womöglich auch einer neuen Kita. Die Nutzung wird auf mindestens drei Neubauten verteilt, wobei sich die Wohngebäude in der Höhe an den Gründerzeithäusern in der Schulstraße orientieren und die übrigen Nutzungen an den Geschäftshäusern an der Breite Straße – wo dreigeschossige Bauten dominieren. Ziel der Planung soll es sein, das Zentrum von Pankow im Bereich des Angers zu stärken.

Brache wird nicht vor Ende 2023 bebaut

Frühere Konzepte, mit denen sich das Bezirksamt Pankow befasste, hatten eine wesentlich massivere Bebauung auf der Brache vorgesehen – weil sie das Einkaufszentrum „Rathaus Center“ auf der anderen Seite des Angers als Maßstab nahmen. Nun wird aber eine moderatere Variante umgesetzt. Wobei auf einem Großteil der Freifläche noch jahrelang das Gras sprießen wird. Bis auf den Pavillon mit Café bleibt das Baufeld vorerst frei.