Co-Living

Devisen-Haus der DDR in Pankow wird zur Wohnadresse

Wo die Intrac Devisen beschaffte und zuletzt Künstler Ateliers betrieben, entstehen 320 Wohneinheiten nach einem neuen Prinzip.

Im ersten Halbjahr 2021 kommt ein Umbau des früheren Bürozentrums der Intrac in Pankow zum Fertigstellung. Mehr als 300 Mieter erwartet eine neue Form des Wohnens.

Im ersten Halbjahr 2021 kommt ein Umbau des früheren Bürozentrums der Intrac in Pankow zum Fertigstellung. Mehr als 300 Mieter erwartet eine neue Form des Wohnens.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Eines der bekanntesten verbliebenen Bürogebäude Berlins aus der DDR-Epoche steht vor einer neuen Nutzung. 320 Wohnplätze im früheren Haus des Devisen-Beschaffers Intrac an der Pestalozzistraße in Pankow werden in Kürze fertiggestellt. Ab 2021 will der „Co-Living“-Anbieter „The Base“, geführt vom Gründer Florian Färber, eine neue Wohnform erproben.

Unter Co-Living versteht man eine Mischung aus klassischer Wohngemeinschaft und Angeboten, die an ein Hotel erinnern. Bewohner reservieren dabei Komplettangebote, die von möblierten Zimmern über Internet, Strom und Freizeitaktivitäten ein Gesamtpaket abdecken.

Wie das Konzept für das umgebaute Bürohaus in Pankow konkret aussehen wird, soll in Kürze bekannt gegeben werden. Der Projektname steht bereits fest: „The Base Berlin One“. Laut Investor soll es sich um das bislang größte Co-Living-Haus Berlins handeln. Dabei hatte der Plattenbau zuletzt eine ganze andere Nutzung.

Kunst-Etagen Pankow und Intrac residierten im Bürohaus

Bis Ende 2019 waren hier die Ateliers des Vereins „Kunst-Etagen Pankow“ untergebracht. Von Malerei über Skulptur, Grafik, Musik, Fotografie, Film, Mode und Kunsthandwerk reichte die Spanne des kreativen Schaffens während der Zwischennutzung. Nach dem Aus des Projekts am Standort Pestalozzistraße packten die Künstler ihre Umzugskisten und kamen größtenteils in einem anderen Projekt an der Prenzlauer Promenade unter.

Seine Bekanntheit verdankt der Fünfgeschosser an der Pestalozzistraße seiner ursprünglichen Bestimmung als Sitz der Intrac unter Leitung von DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski. Bis zu 700 Mitarbeiter setzten in den 1980er-Jahren Milliardenbeträge um. Wegen seiner besonderen Bedeutung war der Hauptsitz der Intrac mit speziellen Details ausgestattet, zu denen auch ein Bunker gehört, der Atomangriffen standhalten sollte.

Bei der neuen Co-Living-Nutzung steht weniger die Sicherheit im Vordergrund als der Komfort. Für das neue „The Base“ angekündigt sind möblierte Zimmer plus, Kino, Garten, Fitnessmöglichkeiten, Arbeitsplätze in Gemeinschaftsbereichen und eine Bar.

Laut dem Magazin „Immobilienmanager“ plant der Investor bis 2025 mit diesem Konzept die Eröffnung von mindestens 15 Häusern mit 5000 Einheiten in Deutschland und Europa.