Milieuschutzgebiet

Pankow nimmt Vorkaufsrecht für Häuser in Weißensee wahr

Die Gesobau übernimmt Altbauten an der Berliner Allee. Wohnungen wurden laut Pankows Baustadtrat einer „Spekulationsblase entzogen“.

Vorkauf in Weißensee: Das Bezirksamt Pankow will Häuser an der Berliner Allee dem Immobilienmarkt entziehen.

Vorkauf in Weißensee: Das Bezirksamt Pankow will Häuser an der Berliner Allee dem Immobilienmarkt entziehen.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Im Komponistenviertel zwischen Berliner Allee und dem Jüdischen Friedhof Weißensee finden Investoren noch Raum für lukrative Geschäfte – denn 74 Prozent der Wohnungen in diesem Milieuschutzgebiet weisen noch eine einfache Ausstattung auf. 68 Prozent der Gebäude verfügen noch über keine Fassadendämmung und ließen sich entsprechend teuer aufrüsten. Für zwei Altbauten kommt ein aufwändiger Umbau nun wohl nicht mehr in Frage.

Pankow sieht heißen Immobilienmarkt in Weißensee

Sie sind in den Bestand der landeseigenen Gesellschaft Gesobau übergegangen, nachdem das Bezirksamt Pankow sein Vorkaufsrecht geltend machte. Es handelt sich um zwei Häuser an der Berliner Allee 58 und 88 mit insgesamt 19 Wohnungen und sechs Gewerbeeinheiten.

Sie sind mit Vollzug des Vorkaufs laut Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) „erfolgreich der Spekulationsblase entzogen“, die das Bezirksamt im Komponistenviertel beobachtet haben will. Von 2010 bis 2015 seien vier Prozent des Mietwohnungsbestand in Eigentumswohnungen umgewandelt worden. Weitere 33 Prozent sieht man durch eine Umwandlung bedroht.

In Pankows Milieuschutzgebieten gelten für Wohnungseigentümer besonders strenge Regularien – selbst der Einbau von Aufzügen wird kritisch geprüft, um Mieter vor Kostensteigerung zu schützen.