Geldnot in Pankow

Rettung des Weißen Sees: Verein sammelt Spenden für Wasser

Weil das Bezirksamt Pankow nicht genug Trinkwasser bezahlen kann, wollen Freiwillige helfen, den Pegel um zehn Zentimeter zu heben.

Tibor Bogun von den Parkfreunden Weißensee beobachtet den Wasserverlust seit Jahren mit Sorge. Nun hilft sein Verein mit einer Spende.

Tibor Bogun von den Parkfreunden Weißensee beobachtet den Wasserverlust seit Jahren mit Sorge. Nun hilft sein Verein mit einer Spende.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Das Rinnsal aus einer neu gebauten Röhre zur Rettung des Weißen Sees war Anwohnern nicht genug. Nach der Einleitung von 23.000 Kubikmeter Trinkwasser zur Auffüllung des Gewässers in den vergangenen Tagen ist der gewünschte Effekt noch immer nicht erreicht. Nachdem das Bezirksamt Pankow die Zufuhr von Trinkwasser in den Weißen See aus Kostengründen drosseln musste, will der Verein jetzt dabei helfen, den Hahn noch einmal aufzudrehen. Er startet ab sofort eine Spendenkampagne zur Finanzierung der fehlenden Wassermenge. Das Ziel: Die Einleitung soll auf 37.000 Kubikmeter Trinkwasser steigen. So wie es der Bezirk eigentlich selbst geplant hatte. Nur fehlt – wie berichtet – dafür das Geld.

Parkfreunde Weißensee wollen 14.300 Euro an Bezirksamt Pankow spenden

„Der Wasserpegel ist stark gesunken, die Wasserqualität schlecht, der See veralgt“, äußern sich die Parkfreunde am Freitag in einem Rundschreiben besorgt. Man könne nicht mehr länger warten, sondern müsse jetzt handeln, heißt es. „Deswegen bitten wir all diejenigen, denen der Weiße See am Herzen liegt, um eine Spende ab 10 Euro“, schreibt der Verein unter dem Vorsitz von Tibor Bogun. Eingezahlt werden kann die Finanzspritze für die Rettung des Freizeit- und Erholungsorts auf der Seite des Vereins.

Auch für den Fall, dass sich der See durch starke Niederschläge von selbst wieder auffüllt, hat man gedacht: „Sollte mehr Geld zusammenkommen als benötigt, zum Beispiel, weil der See durch Starkregen wie in 2017 viel Wasser abbekommt, werden wir die Spenden zur Finanzierung eines für den Betrieb des Tiefbrunnen benötigten Wasserfilters einsetzen“, lautet das Versprechen.

Neuer Brunnen für den Weißen See braucht Schadstofffilter

Der besagte neue Tiefbrunnen kann wie berichtet wegen einer Schadstoffbelastung schon seit Monaten nicht in Betrieb gehen. Ein Start in diesem Jahr ist nicht mehr geplant. Mit einer Fördermenge von bis zu 50.000 Kubikmetern im Jahr hätte diese rund 104.000 Euro teure Anlage das Umweltproblem des Weißen Sees wohl dauerhaft gelöst. Als Übergangslösung – bis man einen Schadstofffilter für den Brunnen beschaffen kann – hatte sich das Bezirksamt Pankow dafür entschieden, einen neuen „Hausanschluss“ anzulegen, um relativ kostspieliges Trinkwasser einzuleiten. Doch die Zufuhr der geforderten Wassermenge war mit dem Budget aus dem Bezirkshaushalt nicht zu leisten. Auch Verhandlungen mit den Berliner Wasserbetrieben über einen Rabatt führten noch zu keinem Erfolg.

Was die Erhöhung des Wasserpegels um einen Zentimeter kostet, haben die Parkfreunde Weißensee ausgerechnet: 1430 Euro. Weil man den Standl um insgesamt zehn Zentimeter erhöhen will, soll die Spendenkampagne also 14.300 Euro erbringen. Die ersten 1000 Euro haben die Parkfreunde aus der eigenen Kasse bereits eingezahlt.