Prenzlauer Berg

LKW-Sperrung auf Schönhauser Allee: Ausnahmen möglich

Um die marode Brücke am Bahnhof Schönhauser Allee zu schonen, gilt ein Gewichtslimit von 16 Tonnen. Das könnten Spediteure umgehen.

Ein Schild hat für Spediteure erhebliche Folgen: Sie können ihre 40-Tonner in Pankow nicht mehr über die Schönhauser Allee von der Autobahn an den Alexanderplatz steuern.

Ein Schild hat für Spediteure erhebliche Folgen: Sie können ihre 40-Tonner in Pankow nicht mehr über die Schönhauser Allee von der Autobahn an den Alexanderplatz steuern.

Foto: Thomas Schubert / BM

Berlin. Für die Auto-Brücke der Schönhauser Allee über den Graben der Ringbahn ist es die einzige Chance, bis zum Abriss und Neubau ab 2024 durchzuhalten. Für Spediteure aber bedeutet das neue Gewichtslimit von 16 Tonnen auf der Brücke ein Problem. Sie müssen jetzt mit ihren Lastwagen, die das Limit sprengen, auf dem Weg vom nördlichen Berliner Autobahn-Ring Richtung Alexanderplatz die Einfallstraße meiden und Umwege fahren.

Die offizielle Umleitungsstrecke führt über die Danziger Straße, Prenzlauer Allee und Wisbyer Straße – allesamt stark befahrene Strecken in dicht besiedelten Kiezen von Prenzlauer Berg. Allerdings gibt es auch die Chance, eine Ausnahmeregelung zu beantragen.

Unter bestimmten Umständen wird es auch weiter möglich sein, Ziele an der Schönhauser Allee und dem dortigen Einkaufszentrum Schönhauser Allee Arcaden trotz der Tonnagegrenze mit schweren Sattelzügen anzusteuern. Das Verfahren ist jedoch so kompliziert, dass es kaum eine Firma anwenden dürfte.

Brücken-Baustelle Schönhauser Allee: Fuhrpark-Betreiber in der Beweislast

Wie aus einer Anfrage des CDU-Abgeordneten Stephan Lenz hervorgeht, lässt die Senatsverkehrsverwaltung Spediteuren einen Ausweg offen. „Ausnahmen sind theoretisch möglich und wären bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für einzelne Fahrten zu beantragen, um ein Fahrtziel im unmittelbaren Nahbereich der Brücke zu erreichen“, erklärt Staatssekretär Ingmar Streese.

Das Verfahren funktioniert so: „Mit dem Antrag wäre durch die Antragstellerin oder den Antragsteller ein geprüfter Einzelstandsicherheitsnachweis zur Schönhauser-Allee-Brücke mit zusätzlichen Einschränkungen für den Straßenbahnbetrieb und die weiteren Verkehrsteilnehmenden zu führen.“ Damit wären also Fuhrpark-Betreiber in der Bringschuld und müssten bei jeder Fahrt beweisen, dass die Brücke keinen zusätzlichen Schaden nimmt.

Erst ab 2024 werden die Fahrbahnen und die Tramstrecke über dem Bahngraben wohl nacheinander abgebrochen und dann durch Neubauten ersetzt. In der Finanzplanung des Landes Berlin liegen dafür zunächst 21 Millionen Euro bereit.

Brücken-Baustelle Schönhauser Allee: Senat hat Planer verpflichtet

Trotz der Corona-Krise ist es dem Senat laut Staatssekretär Streese inzwischen gelungen, eine Planungsbüro für die Großbaustelle in Prenzlauer Berg zu verpflichten. Während sich andere Vorhaben in Berlin wegen der Pandemie um viele Monate verzögern, liegt dieses im Plan. Mit der Klärung der Zuständigkeit geht es nun an die Details.

„Die Planungsgrundlagen werden nunmehr konkretisiert. Eine anschließende Variantenuntersuchung zur Konstruktion des Ersatzbaus sowie der sich hieraus ergebende Bauablauf wird erste Erkenntnisse zu Einschränkungen beziehungsweise Auswirkungen für Anwohnerschaft und Gewerbetreibende ergeben“, teilt Streese mit.

Der Pankower Abgeordnete Stephan Lenz drängt seit Bekanntwerden des Projekts vor einem Jahr darauf, Anwohner, Gewerbetreibende und Pendler über die Baumaßnahmen möglichst schnell zu informieren. Vor allem die erwarteten Sperrungen auf der Ringbahn und im Fernverkehr auf dem Ostring dürften sich auf weite Teile Berlins auswirken.