Radverkehr in Berlin

Pankow streicht vier Fahrradstraßen aus dem Programm

Mit bis zu 20 Strecken wollte der Bezirk zum Spitzenreiter bei der Verkehrswende werden. Nun wird das Projekt abgespeckt.

Pankows neueste Fahrradstraße, die Ossietzkystraße, ist seit wenigen Wochen eröffnet. Der Planer Martin Aarts zeigt eine Weiterentwicklung ohne Parkplätze für Anwohner. Doch soweit ist es noch nicht.

Pankows neueste Fahrradstraße, die Ossietzkystraße, ist seit wenigen Wochen eröffnet. Der Planer Martin Aarts zeigt eine Weiterentwicklung ohne Parkplätze für Anwohner. Doch soweit ist es noch nicht.

Foto: MLA+/Martin Aarts / BM

Berlin. Die Idee ist, ein zusammenhängendes System aus Fahrradstraßen zu bekommen. Eine Kette von bis zu 20 Streckenabschnitten, die sich vom Süden des Ortsteil Pankows hinunter zum Mauerpark ziehen. Und von dort Richtung Osten zum Zeiss Großplanetarium und nach Süden zum Kollwitzplatz ins östliche Stadtzentrum Berlins.

Dieser Plan gilt weiterhin. Bevor das Programm festgelegt wurde, waren aber noch weitere vier Fahrradstraßen am Rathaus Pankow im Gespräch. Doch diese Erweiterung des Netzes, wie sie sich die rot-grün-rote Zählgemeinschaft im Bezirk wünscht, wird das Bezirksamt nicht in seine Planung aufnehmen.

Der Grund: Im Ortsteil Pankow würde die Planung für die vier Passagen, auf denen das Velo den Vorrang gegenüber dem Auto genießen soll, mit einem noch größeren Fahrrad-Projekt kollidieren.

Fahrradplanung in Pankow: Schnellweg ergänzt Fahrradstraßen

„Durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wird derzeitig die Planung der Radschnellverbindung des Panke-Trails durchgeführt. Eine der bestbewerteten Routen führt dabei parallel zur Dolomitenstraße an der Stettiner Bahn entlang. Aufgrund der parallelen Führung wird vorerst von einer Einrichtung einer Fahrradstraße entlang der durch die BVV vorgeschlagenen Route abgesehen“, gibt Verkehrsstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) in einem Bericht bekannt.

Es gäbe also aus Sicht der Verwaltung eine Doppelung, wenn man in Alt-Pankow den Straßenzug an der Heynstraße für Radfahrer umwidmet und gleich daneben ab 2024 den künftigen Radschnellweg eröffnet.

Deshalb wird das Bezirksamt den geplanten Vorrang für Radfahrer vom Rathaus Pankow in der Neuen Schönholzer Straße, über die Heynstraße, die Maximilianstraße und die Dolomitenstraße zunächst nicht mehr weiterverfolgen.

Eine Umgestaltung wäre ohnehin schwierig gewesen, weil die schmalen Wohnstraßen in diesem Gebiet zum Teil auch von Buslinien der BVG genutzt werden.

Prenzlauer Berg erhält noch 2020 eine weitere Fahrradstraße

Wie genau der Radschnellweg Panke-Trail von seinem nördlichen Ende am S-Bahnhof Karow durch den Ortsteil Pankow in den Mauerpark nach Prenzlauer Berg verlaufen soll, dazu soll in Kürze eine Vorzugsvariante präsentiert werden. Fest steht, dass der breit ausgebaute, beleuchtete Schnellweg auch das neue Stadtquartier Pankower Tor mit 2000 Wohnungen anbindet.

Die größten Fortschritte bei der Ausweisung von Fahrradstraßen in Pankow sieht man derzeit in der Ossietzkystraße am Schlosspark Schönhausen, wo der Vorrang für Radfahrer seit April mit grünen und roten Markierungen auf dem Asphalt dargestellt ist. Außerdem sind hier Umbauarbeiten für Fahrbahnverengungen und neue Fahrradabstellplätze im Gange.

Noch in diesem Jahr folgt zusätzlich die Widmung einer Fahrradstraße auf der Stargader Straße in Prenzlauer Berg. 2021 steht dann eine Umwidmung auf einem Teil der der Dunckerstraße und auf der Kollwitzstraße zwischen Danziger Straße und Metzer Straße im Kalender.