Corona-Pandemie

Flüchtlingsheim in Buch: Zahl der Infizierten steigt auf 28

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Gemeinschaftsunterkunft sind weitere Geflüchtete positiv auf das Virus getestet worden.

Foto: pa

Berlin. In einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete an der Wolfgang-Heinz-Straße in Berlin-Buch hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Am Freitagnachmittag teilte die Senatssozialverwaltung mit, dass sieben weitere Personen positiv getestet wurden. Am Abend kamen noch weitere Personen hinzu. Damit liegt die Zahl der Infizierten aktuell bei 28.

Außerdem wurde eine Verlegung veranlasst. Am Sonnabend werden 21 Infizierte und Kontaktpersonen aus Buch mit Krankentransportern in die Quarantäne-Unterkunft auf der Pankower Elisabeth-Aue gebracht. Darunter sind sieben positiv getestete Menschen, die anderen sind Kontaktpersonen.

Bisher waren 39 Personen in die Quarantäne-Unterkunft auf der Elisabeth-Aue gebracht worden. Davon seien drei Personen positiv Getestete, die anderen wurden vom Gesundheitsamt Pankow als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft und müssen deshalb ebenfalls isoliert werden. Dort übernehmen laut der Senatsverwaltung mehrsprachige Ärzte und Pflegekräfte die Betreuung. In den Apartments der sogenannten Tempohomes haben die Bewohner den Angaben nach ein separates Bad und eine Küche.

In der Unterkunft in Buch bleiben weitere 43 Personen in häuslicher Quarantäne. Dies sei ohne Verlegung möglich, da sich die Wohnungen der Betroffenen im Erdgeschoss des Heims befinden und sie über separate Sanitärbereiche verfügen. Die Erkrankten würden durch einen Caterer täglich mit drei Mahlzeiten versorgt, teilte die Sozialversorgung mit. Über Listen können Dinge des täglichen Bedarfs, etwa zur Hygiene, bestellt werden.

Noch immer ist die Auswertung der Abstriche der übrigen Heimbewohner in Buch nicht beendet. Je nach Entwicklung soll das Gesundheitsamt Pankow weitere Maßnahmen veranlassen.

Dass die Unterkunft in Buch wegen des Ausbruchs evakuiert werden muss, scheint derzeit unwahrscheinlich. Laut Pankows Gesundheitsstadtrat Torsten Kühne (CDU) wolle man den Betrieb aufrechterhalten.

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Stadträtin Tietje betont, dass sich Bewohner und Betreiber „sehr vernünftig“ mit dem Corona-Ausbruch umgegangen seien. Alle hätten ihre Kontakte möglichst eingeschränkt.

Quarantäne-Unterkunft auf Elisabeth-Aue: Noch freie Plätze

In der Berliner Quarantäne-Unterkunft für Geflüchtete auf der Elisabeth-Aue, die sich ebenfalls in Pankow befindet, war zuletzt noch eine hohe Kapazität vorhanden. Nur 36 Personen waren dort am Montag bei der letzten Abfrage des Bezirksamts untergebracht gewesen, wobei die Kapazität der Container-Siedlung bei 300 Plätzen liegt.

Nicht nur Infizierte, sondern auch deren Angehörige, die als Kontaktpersonen gelten, werden dort jeweils zunächst für 14 Tage untergebracht. Bisher hätten sich alle Bewohner an die Vorgaben der Isolation gehalten, berichtet Tietje – „denn sie haben ja das Interesse, schnell gesund zu werden und wieder raus zu kommen“.

20.000 Menschen leben in Berlin in Flüchtlingsunterkünften

Derzeit leben laut Senatsverwaltung etwa 20.000 Menschen in den Flüchtlingsunterkünften des Landes. Von ihnen seien seit Beginn der Pandemie insgesamt 104 Bewohner positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Aktuell gebe es in Berliner Unterkünften 27 positiv getestete Personen, hieß es weiter am Donnerstag.

Der Senat versucht mit einer Reihe von Maßnahmen, die Ausbreitung des Covid-19-Virus in Flüchtlingsunterkünften einzudämmen. So soll etwa in Unterkünften mit zentraler Essensversorgung nicht mehr in einem Speisesaal gegessen werden. Im Rahmen einer sogenannten Entzerrungsstrategie werden außerdem Familien mit Angehörigen der Covid-19-Risikogruppen, etwa älteren oder vorerkrankten Menschen, neue Unterkünfte angeboten. (mit dpa)

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