Baumpflanzung

Ausgleich für Verluste: Berlin pflanzt 600 Straßenbäume

Der Senat startet eine Pflanzaktion in vier Bezirken. Nur ein kleiner Ersatz für die hohen Verluste der letzten Hitzesommer.

Der Energieversorger Vattenfall beteiligt sich an der Aufforstung von Bäumen - wie hier an der Kröpeliner Straße in Hohenschönhausen.

Der Energieversorger Vattenfall beteiligt sich an der Aufforstung von Bäumen - wie hier an der Kröpeliner Straße in Hohenschönhausen.

Foto: Andreas Friese / Vattenfall

Berlin. Nach zwei Dürresommern in Folge hat sich der Berliner Baumbestand noch längst nicht von den Schäden erholt. Allein bis Ende 2019 mussten die Bezirke 3300 Straßenbäume fällen, die der Dauerbelastung aus Hitze, Schmutz und Hundefäkalien nicht mehr standgehalten hätten. Umso dringender erwarten die zwölf Grünflächenämter Maßnahmen des Berliner Senats zur Aufforstung der Bestände. Mit Hilfe von privaten Partnern im Rahmen der Stadtbaumkampagne ließ man jetzt 600 Straßenbäume beschaffen und zur Pflanzung in vier Bezirken einplanen – was aber nicht bedeutet, dass die übrigen Teile Berlins leer ausgehen.

Alle Bezirke sollen reihum von Baumpflanzungen profitieren

Je 150 Bäume erhalten in diesem Frühjahr zunächst die Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf. Alle weiteren Bezirke sollen in den kommenden Pflanzperioden, jeweils im Herbst und im Frühjahr, mit einer ähnlichen Stückzahl bedacht werden. Für die Finanzierung der Pflanzen und die so genannte Anschubpflege für die ersten Monate benötigt die Kampagne einen Spendenanteil von 500 Euro je Baum. Privatpersonen, Firmen und Vereine können einzahlen und damit ihren Anteil für die Aufforstung Berlins leisten.

Mit einem Beitrag von 650.000 Euro ermöglicht dabei Vattenfall Wärme Berlin als einer der größten Sponsoren der Stadtbaum-Aktion die Pflanzung von 130 Gehölzen. Als Energieversorger, der zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Berlin beitragen und innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe ermöglichen möchte, müsse man einen Beitrag zur Begrünung leisten, heißt es von Vattenfall.

Kahle Stelle an der Landsberger Allee wird erstmals begrünt

Zu den aktuellen Neupflanzungen gehören auch 51 besonders hitzebeständige Säulen-Amberbäume an der Landsberger Allee in Marzahn-Hellersdorf, die in dem Abschnitt bislang als karges Asphalt-Band durch die Großsiedlungen am Stadtrand verläuft. Außerdem schlagen 37 mit Hilfe von Vattenfall beschaffte Bäume in dicht besiedelten Vierteln in Hohenschönhausen und Hellersdorf Wurzeln. Für den einwohnerstärksten Bezirk Pankow konnte man zunächst 27 neue Bäume beschaffen.

Die Pflanzungen, die wegen der anfangs milden Temperaturen Ende Februar und Anfang März eng getaktet erfolgen, sind seit dem 21. März in vollem Gange und werden noch bis in den April hinein andauern. Welche Baumart für welchen Standort in Frage kommt, wird von der jeweiligen Verwaltung individuell bestimmt, bevor verschiedene Berliner Garten- und Landschaftsbaufirmen die Pflanzung erledigen.

Angesichts des hohen Bedarfs durch die Hitzeschäden vergangener Jahre ist die jetzige Kampagne aber nur ein Prolog - langfristig ist die Beschaffung von bis zu 470.000 Bäumen für Berlin eingeplant.