Infektionsgefahr

Polizei stoppt „Corona-Partys“ im Bürgerpark Pankow

Schulfrei dank Coronavirus: Hunderte Jugendliche haben im Bürgerpark Pankow das Ende des Unterrichts gefeiert. Die Polizei schritt ein.

Jugendliche haben sich im Bürgerpark Pankow nach Schulschluss zu einer Abiturfeier versammelt. Virologen hatten davor gewarnt und das Phänomen als "Corona-Party" bezeichnet. 

Jugendliche haben sich im Bürgerpark Pankow nach Schulschluss zu einer Abiturfeier versammelt. Virologen hatten davor gewarnt und das Phänomen als "Corona-Party" bezeichnet. 

Foto: Christian Friedrich

Berlin. Corona-Ferien – ein neuer Begriff für eine Situation, die es so noch nicht gab. Jugendliche in Pankow sahen am Montag den wochenlangen Ausfall des Unterrichts zum Schutz vor einer schnellen Ausbreitung des Coronavirus als Grund zum heiteren Beisammensein. Mehrere Gruppen sammelten sich am Nachmittag auf der Liegewiese des Bürgerparks Pankow und veranstalteten das, wovor Virologen ausdrücklich gewarnt hatten: eine „Corona-Party“ nach Schulschluss.

Polizei beendet „Corona-Party“ in Pankow mit freundlicher Ansprache

Nachdem besorgte Parkbesucher die Ansammlung gemeldet hatten, rückte die Polizei an, um die Veranstaltung aufzulösen. Nach einer freundlichen Ansprache zerstreuten sich die Jugendlichen – zumindest vorübergehend. Die Beamten mahnten an, dass die Schüler nur in kleiner Zahl beisammenstehen und einen Abstand halten sollten. Teilnehmer der Zusammenkunft verteidigten die Versammlung am Dienstag mit dem Hinweis, dass sie sich nach dem absolvierten Abitur voneinander verabschieden wollten. Es sei nicht darum gegangen, das Coronavirus mutwillig zu verbreiten.

Nach dem Vorfall im Bürgerpark Pankow rückte am späten Montagnachmittag eine Polizeistreife auch im Mauerpark in Prenzlauer Berg an, um die Lage dort ebenfalls zu kontrollieren. Hier sammelten sich bei frühlingshaften Temperaturen mehrere Tausend Parkbesucher. Anders als im Bürgerpark verteilten sie sich aber über eine breite Fläche, sodass die Polizei es beim Beobachten der Situation beließ.

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Jugendliche kehrten zu zweiter Corona-Party in den Bürgerpark zurück

Nachdem die Polizei abgerückt war, ging derweil die Corona-Party im Bürgerpark nach Einbruch der Dunkelheit von Neuem los. Mehrere Hundert zumeist jugendliche Parkbesucher versammelten sich vor dem Brunnen und auf der Liegewiese, spielten Musik und veranstalteten ein Trinkgelage, von dem sie sich auch auf Ermahnung von Joggern nicht beirren ließen. So rückte die Polizei erneut an und trieb die Gruppen mit Hinweisen auf die Infektionsgefahr auseinander.

Lars Schaade vom Robert-Koch-Institut hatte im Vorfeld der Schulschließung durch die Corona-Krise vor solchen Vorkommnissen gewarnt. „Bitte tun Sie das nicht. Bleiben Sie möglichst zu Hause, und schränken Sie Ihr Gesellschaftsleben so weit wie möglich ein“, sagte er zu möglichen Corona-Partys, die nach der Schließung von Clubs und Kneipen zu befürchten seien. Das sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen kontraproduktiv und sogar gefährlich für Menschen, die bei der Corona-Pandemie zur Risikogruppe zählen.

„Freundliches Bitten“ gegen Ansteckung mit Covid-19: Ordnungsamt spricht Bürger auf problematisches Verhalten an

Den bedachten Umgang mit Gruppenbildung in Zeiten von Covid-19 will Pankows Ordnungsstadtrat Daniel Krüger (für AfD) Mitarbeiter „mit freundlichem Bitten“ vermitteln lassen. Im Rahmen ihres Dienstes weisen Streifen des Ordnungsamts an den Orten, wo sich Menschen versammeln, tatsächlich nun verstärkt darauf hin, Abstand zu halten, erklärt Krüger. Zugleich räumt er ein, dass die Kontrolle der neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens nur punktuell geschehen kann. Denn das Ordnungsamt muss nicht nur die neuen Auflagen für Gastronomen oder Zusammenkünfte in Parks im Auge behalten, sondern weiterhin den klassischen Aufgaben nachgehen. Wer falsch parkt, bekommt auch in Zeiten von Corona ein Knöllchen.