Tanz in den Mai

1. Mai: Streit um neue Walpurgisnacht im Mauerpark

Nach dem Scheitern 2019 soll im Mauerpark wieder eine „Friedvolle Walpurgisnacht“ stattfinden. Doch Pankow macht strenge Vorgaben.

Bei der letzten Walpurgisnacht im Mauerpark am 30. April 2018 war noch nicht abzusehen, dass das Konzept im Jahr darauf scheitert.

Bei der letzten Walpurgisnacht im Mauerpark am 30. April 2018 war noch nicht abzusehen, dass das Konzept im Jahr darauf scheitert.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. 15 Jahre lang war sie eine Musterlösung zur Vorbeugung von Krawallen in der Nacht zum 1. Mai – doch im vergangenen Jahr scheiterte die „Friedvolle Walpurgisnacht“ in Prenzlauer Berg, ein feierliches Spektakel mit mehreren Tausend Besuchern, an strengeren Vorgaben des Bezirksamts Pankow und der Polizei. So sehen es jedenfalls die Mitveranstalter vom Verein Freunde des Mauerparks. In diesem Jahr unternehmen sie einen neuen Anlauf. Und drohen erneut an den Regularien des Bezirks zu scheitern.

„In den letzten Jahren hat das Bezirksamt mehrfach versucht, die Kooperation in eine Veranstaltung zu verkehren. Den ehrenamtlichen Koordinatoren sollte die Veranstalterrolle mit allen Pflichten übergeholfen werden“, kritisiert Alexander Puell die hohen Anforderungen, denen man ohne Hilfe des Bezirks kaum genügen kann.

„Es gibt aber bei der 'Friedvollen Walpurgisnacht' keinen Veranstalter“, wendet Puell ein. Die "Friedvolle Walpurgisnacht" sei „völlig unkommerziell“ und nicht mit einer gewerblichen Veranstaltung gleichzusetzen. „Den Organisatoren die komplette Verantwortung für den Mauerpark in der Vornacht zum 1. Mai aufzubürden, ist völlig unangemessen.“ Mit der Berliner Polizei habe man sich im Gegensatz zu den Gesprächen mit dem Bezirk problemlos geeinigt.

1. Mai in Berlin - Linke und SPD fordern Zulassung der Friedlichen Walpurgisnacht

Pankow pflegt im Zuge des Klimanotstands den Grundsatz, kommerzielle Veranstaltungen in Grünanlagen nur noch im Ausnahmefall zuzulassen und strengere Auflagen zu machen, um die Vegetation zu schonen. Damit doch noch eine Einigung erzielt wird, haben die Fraktionen der Linken und der SPD mit einem Dringlichkeitsantrag eine Zulassung der "Friedvollen Walpurgisnacht" durch das Bezirksamt gefordert. Nach einer mahnenden Ansprache von Alexander Puell stimmten alle Mitglieder der rot-rot-grünen Zählgemeinschaft zu. Eine Erklärung des Bezirksamts zu den Problemen bei bisherigen Verhandlungen blieb allerdings aus.

„Die BVV Pankow spricht sich mit Nachdruck für die Durchführung der Friedvollen Walpurgisnacht im Mauerpark am 30. April 2020 als Leuchtturm-Projekt bürgerschaftlichen Engagements und konstruktiver Kooperation zwischen Bürger*innen und Verwaltung aus“, heißt es im beschlossenen Antrag.

Angesichts der langen Tradition der Veranstaltung sei eine „unbürokratische Zusammenarbeit zwischen Straßen- und Grünflächenamt, Polizei und ehrenamtlichen Organisator*innen“ zu wünschen.

Furcht vor neuen Krawallen am 1. Mai in Prenzlauer Berg

Alexander Puell von den Freunden des Mauerparks zeigt sich für neue Verhandlungen mit dem Straßen- und Grünflächenamt offen und sagt: „Wir wollen die Walpurgisnacht im Mauerpark wieder gemeinsam gestalten. Eine Nacht, die sich selbst überlassen wird, ist nicht organisiert – vermutlich deutlich weniger friedvoll.“ Einen Rückfall in die Zeiten „brennender Barrikaden und angezündeter Läden“ wolle der Verein gern verhindern. Nach einem Entgegenkommen bei der Genehmigung.