Prenzlauer Berg

Verdrängung gestoppt: Seniorenclub bleibt am Kollwitzplatz

Verhandlungserfolg für das Bezirksamt Pankow: Hauseigentümer nimmt Mietsteigerung für Sozialeinrichtung in Prenzlauer Berg zurück.

Pankow kann die Begegnungsstätte am Kollwitzplatz weiterbetreiben. Die geplante Mietsteigerung hätte den Bezirkshaushalt gesprengt.

Pankow kann die Begegnungsstätte am Kollwitzplatz weiterbetreiben. Die geplante Mietsteigerung hätte den Bezirkshaushalt gesprengt.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Statt 7 Euro pro Quadratmeter 17 Euro nettokalt, statt 1627,36 Euro künftig 3952,16 Euro Gesamtmiete – diese Kostensteigerung hätte für die Begegnungsstätte Husemannstraße 12 am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg zum Sommer das sichere Aus bedeutet. Auch die Milieuschutzverordnung hätte diese Sozialeinrichtung, die unter anderem einen traditionsreichen Seniorencomputerclub beherbergt, nicht gerettet. Die Hoffnungen ruhten darauf, den Hauseigentümer in letzter Minute von der drastischen Mieterhöhung abzubringen. Nun meldet Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) überraschend einen Erfolg.

Begegnungsstätte in Prenzlauer Berg ist zumindest für zwei Jahre gesichert

„Die Kündigung und Mieterhöhung für die Einrichtung wurde zurückgezogen“, sagte Benn in der Bezirksverordnetenversammlung. Gemeinsam mit Sozialstadträtin Rona Tietje (SPD) sei es gelungen, einen Vertrag zu den alten Konditionen bis Ende des Jahres 2021 auszuhandeln. Für die Zeit danach müsse man sich dann mit dem Eigentümer über einen sozialverträglichen Vertragsentwurf verständigen. Benn ist optimistisch, das die bezirkseigene Begegnungsstätte damit dauerhaft am Kollwitzplatz verbleiben kann, wobei es schwierig gewesen wäre, wegen der stark gestiegenen Gewerbemieten im Quartier eine bezahlbare Alternative zu finden.

Das Akzeptieren der Mietsteigerung hätte eine Kettenreaktion auslösen können

Angesichts der zunächst angekündigten Mietsteigerung hatte Stadträtin Tietje befürchtet, dass eine Art Präzedenzfall entsteht. Wenn man die deutliche teureren Konditionen akzeptiert hätte, wäre dies womöglich ein Anreiz für andere Hausbesitzer geworden, auch an anderen Orten die Mieten für Bezirkseinrichtungen zu erhöhen – weil man dann davon ausgehen könnte, dass Pankow seine Sozialeinrichtungen um jeden Preis halten will.