Prenzlauer Berg

Baustelle an Schönhauser Allee: Tramfahrer gibt Reise-Tipps

Wegen Leitungsarbeiten auf der Schönhauser Allee droht bis Ende Februar stadteinwärts Stau. Instruktionen gibt es vom Tramfahrer.

Bis zu 20 Minuten anstehen an der Kreuzung Schönhauser Allee und Eberswalder Straße - da rät der Fahrer der Tram, die hinter den Autos feststeckt, zum Aussteigen.

Bis zu 20 Minuten anstehen an der Kreuzung Schönhauser Allee und Eberswalder Straße - da rät der Fahrer der Tram, die hinter den Autos feststeckt, zum Aussteigen.

Foto: Thomas Schubert / BM

Pankow. „Das kann gleich bis zu 20 Minuten dauern. Wenn Sie rechtzeitig zu Ihren Terminen wollen, steigen Sie lieber aus. Glauben Sie mir – es ist besser.“ Was die Fahrgäste da am Dienstagvormittag per Durchsage zu hören bekamen, war ein ehrlicher Reisetipp eines Straßenbahnführers der Linie M1. Der hatte seit Anfang der Woche bereits leidige Erfahrungen gemacht und will nun anderen den Stress, dem er durch Verspätungen ausgesetzt ist, ersparen. Schon sieben Stationen vor dem großen Stau auf der Schönhauser Allee vor der Kreuzung Eberswalder Straße gibt der Mann nun genaue Instruktionen. Und wiederholt sich bei jedem Halt.

U2 Richtung Alexanderplatz ist schneller als die Tram im Stau

Am Bahnhof Pankow oder an der Vinetastraße könne man auf die U-Bahnlinie 2 aussteigen – „damit sind sie auf jeden Fall schneller in Richtung Stadtzentrum“, schallt es immer wieder es aus dem Lautsprecher. Bei dem Hindernis, das die Warnung nötig macht, handelt es sich um eine Baustelle zur Sanierung von Leitungen im Boden der Schönhauser Allee zwischen Milastraße und Eberswalder Straße stadteinwärts, wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin mitteilt. Weil die rechte Spur der Magistrale bis Ende Februar ebenso wie ein Großteil des Gehwegs gesperrt ist, weichen Autos in großer Zahl nach links auf die Spur der Straßenbahn aus. Und die kommt dadurch nur noch stockend voran. Immerhin: Die Durchsage eines Menschenfreunds im Führerstands, das zeigt das Beispiel vom Dienstagvormittag, ist mindestens ebenso verlässlich wie die klassische Staumeldung im Radio.