Hunde in Parks

Falsche Schilder verkünden Hundeverbot im Bürgerpark Pankow

Nach dem Hundeverbot auf Plätzen in Prenzlauer Berg tauchen nun in einem großen Stadtpark Verbotsschilder auf. Die Erklärung überrascht

Hunde sind im Bürgerpark Pankow laut Schildern nicht mehr erlaubt. Die Realität ist aber eine andere.

Hunde sind im Bürgerpark Pankow laut Schildern nicht mehr erlaubt. Die Realität ist aber eine andere.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Dienstagmorgen im Bürgerpark: Zwei Hunde tollen über die Liegewiese, einer stöbert in Büschen an der Panke. Zwei sind angeleint, einer flitzt nach Herzenslust zwischen den Wegen umher. Wenn es nach dem Schild am historischen Torbogen geht, sind alle drei Hunde verboten – auch diejenigen an der Leine.

Das Zeichen, das in Pankow derzeit für Aufregung sorgt, zeigt die Silhouette des Tiers, umgeben von einem roten Kreis und durchkreuzt von einem roten Strich. Hat Pankow hier als erster Bezirk einen kompletten Stadtpark zur hundefreien Zone ernannt?

Echte und falsche Schilder zum Hundeverbot in Pankow

Legt man die Politik des Bezirksamts der vergangenen Monate zugrunde, wäre diese Annahme durchaus schlüssig. Pankow ist bislang der einzige Berliner Bezirk, der die Hundeverordnung aus dem Jahre 2016 so streng auslegt, dass er die Vierbeiner von vielen großen öffentlichen Flächen fernhält. Zum Wohle von Kindern. Ende 2019 hatte sich in Prenzlauer Berg ein Konflikt zugespitzt, als das Bezirksamt Pankow mit neuen Schildern ein Hundeverbot auf zahlreichen begrünten Stadtplätzen auswies – darunter an stark frequentierten Orten wie dem Gelände am Wasserturm, dem Fröbelplatz oder dem Helmholtzplatz.

Sie sind komplett als Spielflächen für Kinder ausgewiesen und deshalb hundefrei – zur Freude von Eltern, die es leid sind, dass ihre Kinder in Häufchen fassen. Und zum Leidwesen von Familien, die sowohl Kinder haben als auch Hunde.

Im Bürgerpark Pankow aber ist das Problem relativ banal. Bei der Erneuerung der Beschilderung in der beliebten Erholungsfläche kam es laut des zuständigen Stadtrats Vollrad Kuhn (Grüne) zu einem Irrtum.

„Wie die Kollegen im Straßen- und Grünflächenamt nun festgestellt haben, sind wohl versehentlich an drei Zugängen statt der eigentlich gültigen Leinenzwang-Zeichen Schilder mit dem Zeichen für ,Hundeverbot’ verwendet worden“, stellt Kuhn das Missverständnis klar. „Im Bürgerpark gilt jedoch weiterhin nur der für Grünanlagen übliche Leinenzwang. Die Schilder werden daher in Kürze durch Schilder mit den korrekten Zeichen ersetzt.“

Pankower übersprühen und stehlen unliebsame Zeichen auf Plätzen und in Parks

Wie viel Konfliktpotenzial hingegen die Regelung zum tatsächlichen Hundeverbot auf Plätzen in Prenzlauer Berg bietet, zeigt sich an der ständigen Beschädigung der Schilder. Viele sind sogar ganz entwendet und übersprüht – an den strengen Regeln zugunsten von Kindern ändert das allerdings nichts. Auch im Bürgerpark Pankow waren die alten Schilder mit dem Hinweis zum Leinenzwang nicht mehr leserlich, weshalb sie nun gegen neue ausgetauscht werden mussten, erklärt Kuhn – in dem Fall durch falsche Zeichen, die ein Verbannung nahe legen.

Demnach müssten Halter bei einer Kontrolle des Ordnungsamts mit einem Bußgeld rechnen. Es entsteht eine kuriose Situation: Auf den betroffenen Plätzen in Prenzlauer Berg gilt also ein Hundeverbot, obwohl Schilder fehlen. Im Pankower Park sind Hunde erlaubt, obwohl Schilder sie verbieten.

Mit der Erklärung des Bezirksamts ist nun klar: Halter dürfen ihrer Hunde im Bürgerpark weiterhin an der Leine ausführen. Fahrradfahren und Ballspielen sind gemäß der Beschilderung allerdings tatsächlich Tabu. Besucher sehen das vielfach als nettgemeinte Empfehlung – Radfahrer und fliegende Bälle gehören ebenso zum alltäglichen Anblick wie Hunde. Auch solche ohne Leine.