Baden in Berlin

Ende der Sanierung: Freier Eintritt im Schwimmbad Buch

Nach 22 Monaten ging am Dreikönigstag der Umbau der Schwimmhalle Buch offiziell zu Ende. Die ersten Stunden baden Berliner gratis.

Neue Farben, neues Glück: Die Vorstände der Berliner Bäder-Betriebe, Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki und Pankows Sportstadtrat Torsten Kühne schippen das Becken im Schwimmbad Buch voll.

Neue Farben, neues Glück: Die Vorstände der Berliner Bäder-Betriebe, Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki und Pankows Sportstadtrat Torsten Kühne schippen das Becken im Schwimmbad Buch voll.

Foto: Thomas Schubert

Es ist nicht irgendein Bad, nicht einfach eine Wiedereröffnung – der Neustart der Schwimmhalle Buch gilt als „eine Zeitenwende“. So bezeichnet Johannes Kleinsorg, der Vorstand der Berliner Bäder-Betriebe, die Premiere nach Abschluss der 22-monatigen Komplettsanierung nach einer Investition von 6,5 Millionen Euro.

Am Morgen des Dreikönigstags schippte er mit Vorstandskollegin Annette Siering und weiteren Festgästen den letzten symbolischen Eimer Wasser ins bereits volle Becken des neuen Vorzeigebetriebs im Berliner Norden. Dazu setzte einen Tusch der Kapelle am Beckenrand, bevor eine Schwimmerstaffel ins Wasser glitt und von neuen dunkelblauen Scheinwerfern beleuchtet vorüberglitt.

Sanierung von Bädern: Schwimmhalle in Pankow setzt „definitiv den Maßstab“

Neue Akzente setzt die Schimmhalle Buch mit ihrem auffallend bunten Farb- und Lichtkonzept und der modern ausstaffierten Sauna-Anlage nicht nur stilistisch. Für Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki ist das Projekt „definitiv der Maßstab“ für alle weiteren Modernisierungsprojekte in Berlin. Es reiche nicht mehr, stückweise jeden Fall einzeln abzuarbeiten – „wir müssen jetzt ans große Ganze ran“. In einem Dreijahresprogramm hatte das Land Berlin 2019 60 Millionen Euro für den Abbau des Sanierungsstaus bei den Bädern bereitgestellt. Experten halten aber 170 Millionen Euro für erforderlich, um alle Mängel abzustellen. Kleinsorg sieht die Sportstätten am Anfang einer zehn Jahre dauernden Kur. Neben der Energieeinsparung steht auch schlicht der Badespaß im Mittelpunkt – oder „Attraktivierung“, wie Staatssekretär Dzembritzki das nennt.

Dabei lassen sich nicht alle Häuser lassen so effektiv und pünktlich sanieren wie die frühere DDR-Volksschwimmhalle in Buch. Probleme bereitet Johannes Kleinsorg vor allem das Paracelsusbad in Reinickendorf, wo es mit technischen Überlegungen noch nicht getan ist – hier spielt auch der Denkmalschutz eine zentrale Rolle. Entsprechende Untersuchungen an der seit etlichen Monaten geschlossenen Anlage seien immer noch im Gange, bestätigte der Vorstand auf Nachfrage. Ein genauer Wiedereröffnungstermin sei wegen der Unwägbarkeiten bei der schützenswerten Bausubstanz derzeit nicht abzusehen. „Es wird sicherlich noch zwei Jahre dauern“, heißt es.

Bäder-Betriebe müssen im Prinzenbad eine „Interims-Halle“ eröffnen

Etwas schneller läuft die Planung einer „Interims-Schwimmhalle“ für eines der wichtigsten Sanierungsprojekte der Berliner Innenstadt: Erst wenn die provisorische Halle auf dem Gelände des Prinzenbads in Kreuzberg steht, können sich Ingenieure und Bauarbeiter mit dem maroden Wellenbad am Spreewaldplatz im gleichen Stadtteil befassen. Wie bei jeder Komplettsanierung bleibt auch diese Anlage zwei Jahre gesperrt. Gewisse Einschränkungen für Schwimmer wird es aber wohl trotzdem geben. „Fliesen lassen sich unter Wasser leider nicht legen“, bedauert Dzembritzki.

Für Pankow, den einwohnerstärksten Bezirk Berlins, war die 22-monatige Sperrung der Schwimmhalle Buch mit enormer Mühe verbunden, galt es doch, 46.000 Besuche durch Schüler pro Jahr und und die Nutzung von 13.000 Mitgliedern von Vereinen an andere Orte zu verlagern, wie Sportstadtrat Torsten Kühne (CDU) betont. Und der Bedarf an Wasser im Berliner Norden wird eher noch wachsen. „Wir haben die jetzt die 410.000 Einwohnermarke durchbrochen“, nennt Kühne zum Jahresanfang neue Zahlen.

Wer das bunteste Haus der Bäder-Betriebe kennen lernen möchte, hat am Montag, 6 Januar, von 15 bis 20 Uhr Gelegenheit. Die Geldbörse kann man dabei zu Hause lassen – zur Feier des Tages gilt in der Schwimmhalle Buch am ersten Tag freier Eintritt. Danach kostet der reguläre Tageseintritt 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Am Sonnabend, 11. Januar, ist dafür in der Zeit von 12 bis 16 Uhr eine Poolparty für Familien inbegriffen. Wer dann ins Wasser steigt, den erwarten Spiele, Animation und Musik.

Schwimmhalle Buch, Wolfgang-Heinz-Straße 41, 13125 Berlin