Freizeit in Berlin

Wellness in Buch: Schwimmbad öffnet am 6. Januar 2020

Berliner Bäderbetriebe investieren 6,5 Millionen Euro in den Umbau einer DDR-Schwimmhalle zum Vorzeige-Bad mit erweiterter Sauna.

Aus der DDR-Volksschwimmhalle in Buch wird das neuer Vorzeigestück der Berliner Bäder-Betriebe. Statt tristem Grau gibt es nun eine künstlerische Anmutung.

Aus der DDR-Volksschwimmhalle in Buch wird das neuer Vorzeigestück der Berliner Bäder-Betriebe. Statt tristem Grau gibt es nun eine künstlerische Anmutung.

Foto: Berliner Bäder-Betriebe / BM

Wenige Tage vor Weihnachten wirkt die Reklame der Berliner Bäder-Betriebe an vielen Bahnhöfen in Pankow wie das Versprechen auf eine späte Bescherung: Am Dreikönigstag, 6. Januar, 2020 eröffnet nach einem fast zweijährigen Totalumbau die Schwimmhalle Buch – oder das, was einmal unter diesem schnörkellosen Namen bekannt war. In Zukunft umgibt Besucher ein Ambiente, das nicht mehr an die DDR-Ära erinnert, sondern mit seiner intensiven Farbgebung ein wenig an eine balinesische Wellness-Oase. „Die Leute werden das Bad nicht wiedererkennen“, kündigt eine Sprecherin die Überraschung an.

Schwimmhalle Buch bekam neues Konzept für Licht und Farben

Ausgehend von einem vorhandenen Mosaik des bekannten Fliesenmalers Lothar Scholz an der Wand ließen die Bäder-Betriebe ein Farbkonzept entwerfen. Nun sind die Grundtöne Blau, Orange und Gelb großflächig im ganzen Bad verteilt und erzeugen ein exotisches Gesamtbild. Stimmungsvolle Beleuchtung werde die Effekte unterstützen, sagt die Sprecherin.

In Sachen Kapazität bleibt aber alles beim alten. Neben dem 25-Meter-Becken befindet sich ein weiterer Bereich für Nichtschwimmer. Aber von dem kargen DDR-Charme der 1991 eröffneten Volksschwimmhalle vom so genannten Typ D „Berlin 83“ fehlt nun jede Spur. Drei baugleiche Bäder gibt es noch: im Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg, in der Zingster Straße und in Kaulsdorf. Aber nur am Standort Buch Buch ist die charakteristische Dachgestaltung im Wellenmuster geglättet.

Umbaukosten für das Schwimmbad stiegen auf 6,5 Millionen Euro

Geschenkt bekommen die Pankower das Edelbad trotz der Weihnachtswerbung natürlich nicht – für die Umbaukosten von 6,5 Millionen Euro floss neben Finanzmitteln aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) und aus dem Fonds des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung schließlich auch Steuergeld. Ursprünglich war das Projekt mit 5,9 Millionen Euro veranschlagt gewesen. Dieses Limit ließ sich allerdings nicht halten.

Als Gegenleistung bieten die Bäder-Betriebe nun eine Schwimmstätte an, die im Berliner Norden Maßstäbe setzt. Dank neuem Dach, zwei Becken mit Edelstahlwannen und energetischer Sanierung fallen die Energiekosten für den Betrieb um 21 Prozent geringer aus als vorher – das hilft, CO2 zu sparen. Und passt zum politischen Umfeld des Bads. Immerhin befindet sich Pankow als erster Berliner Bezirk seit August im Klimanotstand.

Auch außerhalb der Grundmauern gilt: alles neu. Ein Wintergarten mit Kleinkindbereich erlaubt Ausblicke in die Umgebung. Babys dürfen derweil in einem 30 Zentimeter flachen Becken mit Rutsche planschen oder sich auf einem Spielschiff vergnügen. Damit auch Schwimmfreunde mit Handicap keine Probleme haben, finden sie einen barrierefreien Umkleidebereich und ein taktiles Leitsystem für Blinde vor.

Neue Dampfsauna als Ergänzung für die finnische Sauna

Wesentlich verbessert hat sich das Angebot für Sauna-Liebhaber. „Den Ruhebereich der Sauna haben wir in die obere Etage verlegt. Dadurch entstand im unteren Bereich eine Dampfsauna, die eine finnische Sauna ergänzt und mit Zubehör wie einem Eisbrunnen und einer Schwallbrause ausgestattet wurde“, heißt es. Draußen im neu gestalteten Sauna-Garten wartet eine weitere Hütte.

Schon von weitem fällt auf, dass am Schwimmbad Buch die Außenhaut in finsterem Grau unter einer neuen Hülle verschwunden ist – auch dies dient der Energieeinsparung. Während drinnen wohlige Klimabedingungen herrschen, bleibt die Berliner Kälte draußen.

Neuer „Kulturpalast“ entsteht bis 2024 in der Groscurthstraße

Neben dem Bad können sich die Bucher auch auf einen neuen kulturellen Kiezmittelpunkt freuen. Ab 2022 soll an der Groscurthstraße ein neues Bildungs- und Integrationszentrum (BIZ) entstehen. Oder ein „Kulturpalast“, wie sich Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) ausdrückt. Dieser Anlaufpunkt versammelt künftig die Angebote der Stadtteilbibliothek, der Volkshochschule und der Musikschule an einem Ort und erlaubt auch eine Ausweitung des Programms. Das BIZ beherbergt zusätzlich eine Außenstelle des Gläsernen Labors des Campus Buch und bietet Kindern die Möglichkeiten zum Experimentieren. Ebenfalls geplant sind zwei multifunktionale Veranstaltungsräume und ein Bistro mit Außensitzplätzen.

In Buch entstehen über 4000 neue Wohnungen

Hier werden sich alte und neue Bucher kennen lernen. Denn dem nördlichsten Stadtteil Berlins steht in den 2020er-Jahren ein fundamentaler Wandel bevor. Neben über 4000 Wohnungen, die vor allem auf den Flächen der früheren DDR-Regierungskränkenhäuser und im Süden von Buch sollen, braucht der Kiez auch eine neue Infrastruktur – kaum ein Ortsteil Berlins wächst stärker als dieser. Mit dem sanierten Schwimmbad und dem Kulturpalast ist die Lücke im Freizeitangebot nun wesentlich kleiner.

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Einer der am stärksten wachsenden Ortsteile Berlins

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