Schmutzige Schulen

Initiative „Schule in Not“ prangert verdreckte Klassen an

In Pankow bekommen Kinder „stinkefrei“. Nun sammelten Familien 1784 Unterschriften für saubere Schulen.

Die Initiative "Schule in Not" fordert saubere Lernorte und übergab 1784 Unterschriften in der BVV Pankow. Putzkräfte sollen wieder bei den Bezirken angestellt sein, lautet die Forderung.

Die Initiative "Schule in Not" fordert saubere Lernorte und übergab 1784 Unterschriften in der BVV Pankow. Putzkräfte sollen wieder bei den Bezirken angestellt sein, lautet die Forderung.

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Wenn Kinder mit Hausstaub-Allergie ständig Hustenanfälle erleiden, kann etwas nicht stimmen, meint Severin. Der Junge ärgert sich nicht einfach nur über schmutzige Klassen – er sieht sie als Risiko für seine eigene Gesundheit.

Severin sagt: „Im Unterricht muss ich die ganze Zeit husten. Es wird erst besser, wenn ich wieder zu Hause bin.“ Severin gehörte nun zu einer Gruppe der Initiative „Schule in Not“, die in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow jetzt auf gravierende Missstände bei der Sauberkeit hinwies. Ein Extremfall vor wenigen Wochen sorgte in ganz Berlin für Aufsehen.

Reinhold-Burger-Schule musste wegen zu viel Schmutz schließen

So schickte die Reinhold-Burger-Schule in der Neuen Schönholzer Straße in Alt-Pankow die Kinder kürzlich für einen Tag nach Hause, als die Leitung den Dreck in den Toiletten, Fluren und Klassen für unzumutbar befand. Damit hieß es: „stinkefrei“.

Aus Sicht von „Schule in Not“, einer Gruppe, die in mehreren Berliner Bezirken operiert, kein Zufall, sondern ein Fehler im System. Das sieht Lehrer Phillipp Dehne aufgrund vieler Beispiele als erwiesen an.

Rekommunalisierung der Schulreinigung gefordert

Mit Unterschriftenlisten und den damit verbundenen Bürgeranträgen fordert die Initiative vor allem die Rekommunalisierung der Schulreinigung, um die Lage dauerhaft zu verbessern. In Pankow kamen nun 1784 Unterschriften zusammen.

Auch wenn Vorsteher Michael van der Meer die Liste annahm, kann Pankow das Problem allein nicht lösen. Dies wird eine Angelegenheit für das Abgeordnetenhaus und den Senat.