Kinderfeindlichkeit

Wegen Rasierklingen: Zweiter Spielplatz im Bötzowkiez zu

Zum zweiten Mal binnen einer Woche fanden Eltern in Prenzlauer Berg Rasierklingen auf einem Spielplatz.

Vor allem in Prenzlauer Berg werden Spielplätze regelmäßig wegen gefährlichen Gegenständen gesperrt.

Vor allem in Prenzlauer Berg werden Spielplätze regelmäßig wegen gefährlichen Gegenständen gesperrt.

Foto: Sergej Glanze

Familien im Bötzowkiez nennen den Spielplatz an der Ecke Esmarchstraße und Pasteurstraße „Ecki“. Nun wurde die Anlage vom Bezirksamt Pankow gesperrt. Der Grund: Unbekannte haben im Rindenmulch Rasierklingen ausgelegt, wie die Facebook-Seite „Bötzowkiez“ meldet. Es ist nicht der erste Vorfall im kinderreichen Kiez - und in Prenzlauer Berg ein immer wiederkehrendes Phänomen.

Rasierklingen im Sand: Versuchte gefährliche Körperverletzung

Bereits am 23. November hatten Eltern nicht weit vom „Ecki“ entfernt auf dem Spielplatz am Arnswalder Platz Rasierklingen gefunden. Wie in solchen Fällen üblich, schrieb die Polizei eine Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt. Dem Bezirksamt Pankow werden solche Vorkommnisse mehr als fünfmal im Jahr gemeldet. Selbst Fressköder für Ratten seien schon ausgelegt worden, damit sein Amt Spielplätze wegen Schädlingsbefall dauerhaft schließen muss, sagt der zuständige Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne). Aus Sicht von Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) haben Kinderhasser in Pankow nichts zu suchen. „Wen Kinder stören, sollte fortziehen“, sagte er im Interview mit der Berliner Morgenpost.

Ordnungsamt Pankow lässt Spielplätze prüfen

Wenn ein Fund von Reißzwecken, Rasierklingen oder anderen gefährlichen Gegenständen gemeldet wird, säubern Mitarbeiter von Fachfirmen die Spielplätze. Sie sind dann für mehrere Tage gesperrt. Bei den Ermittlungen der Polizei nach den Spielplatzsperrungen der vergangenen Jahre, konnten die Beamten bislang keinen Täter ermitteln. Mitarbeiter des Pankower Ordnungsamts prüfen Spielplätze routinemäßig. Laut Stadtrat Daniel Krüger (für AfD) legen die Unbekannten aber wohl vor allem in den Nachtstunden scharfe Gegenstände aus – wenn keine Streifen im Dienst sind.

Im Bötzowviertel in Prenzlauer Berg wirkt sich die Sperrung der wenigen Spielplätze besonders stark aus. Das Bezirksamt hat bereits den früheren Friedhof an der Heinrich-Roller-Straße, den heutigen Leisepark als Kinderspielplatz ausgewiesen, um den Mangel an Freizeitflächen im Gründerzeitviertel auszugleichen.