Florakiez

Schließung des „Kindercafé Schönhausen“ lässt Pankow rätseln

Die Institutionhat nach jahrelangem Betrieb überraschend geschlossen. Es ist nicht das erste Lokal im Florakiez, das zumacht.

Ende einer Traditionsadresse: Das Schönhausen in der Florastraße war so etwas wie das Spielzimmer des Florakiezes in Alt-Pankow.

Ende einer Traditionsadresse: Das Schönhausen in der Florastraße war so etwas wie das Spielzimmer des Florakiezes in Alt-Pankow.

Foto: Thomas Schubert

„Zu.“ Zwei Buchstaben und ein Punkt auf einem Zettel verkünden seit einigen Tagen das Ende des „Kindercafé Schönhausen“. Viele Passanten auf der Florastraße halten dieser Tage im Vorübergehen inne und und starren auf das Lokal im Erdgeschoss der Hausnummer 27, wo bereits weitreichende Umbaumaßnahmen im Gange sind. Vor dem weißen Lattenzaun der Terrasse spekulieren viele darüber, ob eine Mieterhöhung den Ausschlag gab oder das Lokal an anderer Stelle neu eröffnen könnte.

Auch Pankows Wirtschafts- und Sozialstadträtin Rona Tietje (SPD) hat das Aus bemerkt und von den Spekulationen gehört. Aber auch bei den Mitarbeitern der Wirtschaftsförderung lägen dazu keine Informationen vor.

„Bedauerlicherweise bekommen wir von solchen Geschäftsaufgaben nicht immer etwas mit, da Gewerbetreibende ihr Gewerbe im Bezirksamt zwar anmelden, aber nicht abmelden müssen. Und es gibt natürlich auch keine Pflicht, wirtschaftliche Schwierigkeiten zu offenbaren“, sagt Tietje.

Viele neue Cafés umwerben kinderreiche Familien

Das „Schönhausen“ wäre nicht das erste Lokal, das im Florakiez in Schieflage geriet. Im September musste „Jones Fischladen“, der von einem früheren Mitarbeiter des bekannten Feinkosthändlers Rogacki in Charlottenburg gegründet wurde, überraschend aufgeben. Auch das Scheitern der Feinbäckerei Gabriel nach 121 Jahren sorgte 2017 für Aufsehen und Enttäuschung im Viertel.

Inzwischen beherbergen die Lokale eine Vielzahl von Cafés, die das kinderreiche Klientel für sich gewinnen wollen. Nur wenige Schritte vom „Schönhausen“ entfernt befinden sich das „Genüsslich“, das neue Eiscafé „Alphi’s Eis“, das „Florentiner“ und das „Paula“.

Nachmieterin des „Schönhausen“ will anderes Konzept

Trotz der immer stärkeren Konkurrenz in Alt-Pankow hatte sich das „Schönhausen“ mit seinem Konzept als als eine Art öffentliches Spielzimmer des Florakiezes bis zuletzt behauptet. Auf Anfrage der Morgenpost zum Hintergrund der Schließung hat die Betreiberin Bettina Kiefer nun erklärt, dass es mehrere Faktoren gab.

Ausschlaggebend sei aber ein privater Hintergrund gewesen, den Kiefer nicht näher beschreiben will. Sie habe für das Lokal eine Nachmieterin gefunden, die aber ein anderes Konzept ausprobieren möchte und umfangreichen Umbauarbeiten beauftragt hat. „Für die Fortführung des Cafés als Kindercafé“, sagt Kiefer, „gab es bis zum Stichtag leider kein Interesse“.