Klimaschutz

Pankows Grüne wollen Bezirkspersonal das Fliegen verbieten

Berlins größter Bezirk rief als erster den Klimanotstand aus. Jetzt passt Pankow die Verwaltung an die Klima-Krise an.

Keine Inlandsflüge und scharfe Überprüfung europäischer Verbindungen: Pankow soll Städtepartnerschaften klimafreundlich pflegen – fordern die Grünen.

Keine Inlandsflüge und scharfe Überprüfung europäischer Verbindungen: Pankow soll Städtepartnerschaften klimafreundlich pflegen – fordern die Grünen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Uwe Anspach / picture-alliance/ dpa

Keine Verwaltungshandlung soll noch möglich sein, ohne dass man die Folgen für das Klima abschätzen kann. Als Pankow im August den Klimanotstand ausrief und damit in Berlin eine Vorreiterrolle übernahm, war noch fraglich, wer die oberste Maxime vertreten soll. Jetzt wird klar: die Kommune leistet sich zur Umsetzung von Umweltprojekten einen eigenen Klimaschutzbeauftragten. Und damit nicht genug.

Klimaschutz in Pankow - Klimarat soll Klimakrise effektiv angehen

Auch ein Klimarat wird im einwohnerstärksten Bezirk einberufen, „um die Klimakrise effektiv anzugehen“, wie die Pankower Grünen in einer Mitteilung verkünden. Gemeinsam mit ihren Partnern der Zählgemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung, den Linken und der SPD, haben sie im kommenden Doppelhaushalt Geld für die Schaffung des Postens bereitgestellt.

Der neue Klimaschutzbeauftragte soll zum Beispiel damit betraut werden, Fördermittel auf Bundes- und Landesebene einzuwerben und die Formulierung eines Klimaschutzkonzeptes zu unterstützen.

Während der Beauftragte seinen Aufgaben hauptamtlich erfüllt, setzt sich der Pankower Klimarat aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen, die sich im Rahmen von regelmäßigen Sitzungen austauschen, klimarelevante Maßnahmen des Bezirks prüfen und die Entwicklung neuer Lösungen anstoßen sollen.

Mitarbeiter sollen keine Flüge in Deutschland mehr machen

Erste Vorschläge hat die Grünen-Fraktion bereits jetzt in Form von Anträgen eingebracht. So soll das Bezirksamt künftig keine Flugreisen von Mitarbeitern innerhalb Deutschlands mehr genehmigen und die Notwendigkeit von Flügen ins benachbarte Ausland genau prüfen.

Außerdem will die grüne Fraktion, die Fahrt zur Arbeit mit dem Fahrrad erleichtern und fordert vom Bezirk, in allen Dienstgebäuden künftig Duschräume, Umkleiden und Trocknungsmöglichkeiten bereitzustellen.

Fahrradservicestationen an den Dienstgebäuden

Auch Fahrradpannen sollen ihren Schrecken verlieren, wenn es nach der Fraktionsvorsitzenden Cordelia Koch geht. Sie fordert an den Gebäuden die Einführung von Fahrradservicestationen mit Luftpumpen und Werkzeugen. Bei allen Abstellorten müsse „bestmöglicher Diebstahlschutz“ und eine Beleuchtung selbstverständlich sein. Diese Sofortmaßnahmen müssen aber noch in den Fachausschüssen beraten werden.

Erster Nachahmer: Charlottenburg-Wilmersdorf

Einen ersten Nachahmer hat Pankow aber bereits gefunden: Auch Charlottenburg-Wilmersdorf wird einen Klimaschutzbeauftragten einführen, nachdem man genau wie Pankow den Klima-Notstand ausrief. Wie die zehn anderen Bezirke entscheiden werden und wie sie ihre Maßnahmen für den Klimaschutz abstimmen wollen, ist noch offen.